Tirolerball in Wien: Eine Ballnacht voller Energie
Die Energiemetropole Wörgl richtete mit dem Tirolerbund den Tirolerball 2017 aus und viele Nachbarn feierten mit. Die Tiroler hatten eine tolle Stimmung und viele Ideen im Reisegepäck mitgenommen.
Von Wolfgang Otter
Wörgl, Wien – Mitreißende Volksmusik, zackige Märsche, feinste Jazzmusik – und eine tolle Stimmung. Die Bundeshauptstadt Wien erlebte am Wochenende, dass die Tiroler nicht nur lustig sind, sondern es auch verstehen, einen Ball zu feiern. Und wenn Wörgl – gemeinsam mit dem Tirolerbund in Wien – eine Ballnacht ausrichtet, dauert sie besonders lange und steckt voller Energie. Immerhin trägt die Unterländer Stadt das Prädikat „Energiemetropole“, dessen sollte sie sich an diesem Wochenende auch als würdig erweisen.
Am Samstagvormittag marschierten die Schützen, Musik und Vereine bereits in den Arkadenhof des Rathauses ein, und am Abend nahmen sie dann die altehrwürdigen Säle in Besitz. Räume, die, wie Bürgermeisterin Hedi Wechner scherzte, „würdig“ seien, dass die Wörgler hier einen Ball veranstalten. Wobei man heuer die Ehre hatte, zu einem Jubiläum als Mitveranstalter aufzutreten: Zum 25. Mal durfte der Tirolerbund in Wien mit einer Gemeinde oder Region hier ihre Gäste begrüßen. Die Wörgler konnten sich dabei nicht nur über Bundes- und Landespolitiker freuen, sondern auch über die Teilnahme von Bürgermeistern von Nachbargemeinden. Als Beobachter waren die Ortschefs Helmut Mall (St. Anton a. A.), Manfred Matt (Pettneu) und Roland Wechner (Flirsch) dabei – das Stanzertal richtet 2018 den Ball aus.
Eine der Überraschungen des Abends gab es gleich bei der Balleröffnung: einen von Peter Silberberger komponierten Marsch namens „Tiroler in Wien“, der uraufgeführt wurde. Selbst Landeshauptmann Günther Platter, der vom Hahnenkammrennen aus direkt in den Ballsaal angereist war und zuvor noch die ausgezeichnet aufspielende Stadtmusikkapelle unterstützte, meinte: „Das ist einmal ein spektakuläres Wochenende, in Kitzbühel war eine überwältigende Stimmung, aber hier ist der Höhepunkt: der Tirolerball, ausgerichtet von der Stadt Wörgl. Wir können mit Stolz hier auftreten, auch weil wir Steuern nach Wien zahlen“, scherzte LH Platter in Richtung Marianne Klicka, Präsidentin des Wiener Landtages i. R., die offizielle Vertreterin der Bundeshauptstadt.
Der Tirolerbund in Wien nutzte den Ball, um Personen auszuzeichnen, die sich um die Veranstaltung verdient gemacht haben. So gab es Geschenke vom Tirolerbund-Präsidenten Herwig Pelzer an Ehrenobmann Reinhard Ring, Elisabeth Hiesmayr, Hannes Kar und Heinrich Wolf.
Musikalisch gab es für jeden Geschmack an diesem Abend etwas. Die Stadtmusikkapelle Wörgl zum Auftakt, jazzigen Pop (Abrakadabra sowie Pearls and Diamonds) bis zu temperamentvollem Latin-Sound und gediegenen Standards, flotten Boarischen, die unerwartet in internationale Songs mündeten (Jazz Orchester Tirol, Viera Blech), Volksmusik (Surfassl Buam) und als Einlagen die Kitzbüheler Skisprungplattler.
Noch etwas Besonderes hatten sich die Wörgler einfallen lassen: Erstmalig gab es einen Saal, in dem Marktstände aufgebaut waren, von der Lederhose bis zur Käsejause gab es Produkte aus der Region, umrahmt von Stubenmusik der Innsider und von Mundo.
Einer der Höhepunkte war die Mitternachtseinlage mit dem Bariton und Academia-Vocalis-Preisträger Liviu Holender, der mit Sopranistin Florina Ilie „Schenkt man sich Rosen in Tirol“ anstimmte. Die Brücke zwischen Musik und Sport schlug Nicol Ruprecht, Olympionikin in der rhythmischen Sportgymnastik, mit einer mitreißenden Einlage. Traditionell tirolerisch wurde es dann mit den Tänzern des TV D’ Sonnwendler aus Münster, die das Publikum ebenfalls zu Begeisterungsstürmen hinrissen.
Am Sonntag marschierten dann die Wörgler Traditionsvereine nach der Kranzniederlegung am Andreas-Hofer-Denkmal zur Festmesse zum Stephansdom. Zur Freude der fotografierenden Urlauber.