Getrennte Wege bei Kleinkraftwerk

Die Gemeinde Pfunds übernimmt den Anteil der Bundesforste am gemeinsamen Trinkwasserkraftwerksprojekt „Saders“ . Die Partner waren sich uneinig über die Realisierung.

Von Matthias Reichle

Pfunds –Am Ende waren die Vorstellungen der Gemeinde Pfunds und der Österreichischen Bundesforste zu weit auseinander – beim gemeinsamen Trinkwasserkraftwerk „Saders“ geht man nun getrennte Wege. Das Energieprojekt hängt seit 2015 in der Warteschleife. Kürzlich entschied der Pfundser Gemeinderat, die Anteile an der Gesellschaft komplett zu übernehmen und das Projekt alsbald fertig zu stellen und in Betrieb zu nehmen. Das war von Anfang an der Wunsch, betont Bürgermeister Rupert Schuchter. Damals wollten die Bundesforste als Grundeigentümer jedoch mit ins Boot. Nun haben auch sie grünes Licht gegeben. Anfang Februar wird die Übernahme bei einer Gesellschaftersitzung finalisiert.

Dem Ausstieg der Bundesforste waren lange Diskussionen vorausgegangen, so Schuchter. Während die Bundesforste auf Zeit spielten und neue Wassermessungen vorgeschlagen hatten, wollte die Gemeinde Pfunds „Nägel mit Köpfen machen“. Man war mit Investitionen in die Trinkwasseranlage – insgesamt rund 900.000 Euro – bereits in Vorlage gegangen. Künftig sollten die Koat- und Glastalquellen die Gemeinde nicht nur mit Trinkwasser versorgen, sondern auch zur Stromerzeugung genutzt werden.

„Fakt ist, dass das Kraftwerk nicht mehr wirtschaftlich genug für uns war“, betont ÖBf-Sprecherin Pia Buchner. Wassermessungen hätten ergeben, dass die nutzbare Wassermenge niedriger war als ursprünglich angenommen.

„Es ist eine langfristige Investition“, argumentiert Schuchter. Nachdem die Genehmigungen für das 2014 eingereichte Projekt bereits auf dem Tisch lagen, wollten die Pfundser bauen. Im Herbst gab es mehrere Besprechungen. Dabei kam ein Vorschlag der Bundesforste auf den Tisch, nach dem die Gemeinde einen Zuschuss von 300.000 Euro leisten sollte, während die Bundesforste ihrem Partner bei den Betriebskosten entgegenkommen wollten, erläutert Schuchter die Hintergründe. Für Pfunds sei das nicht akzeptabel gewesen. „Wir wollten nicht mehr warten“, betont der Dorfchef. Man habe beim Ministerium urgiert. Eine weitere Million kostet nun der Bau des Krafthauses mit der Turbine und der Anschluss ans Stromnetz, rechnet Schuchter vor. Nun müsse man schauen, ob man das Kraftwerk allein betreiben will oder eine Bürgerbeteiligung andenkt, so Schuchter. Auch mit der Tiwag soll verhandelt werden.

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