Großes Indianer-Ehrenwort

Zum 25. Geburtstag spendiert Jeep dem Grand Cherokee eine Rundum-Verfeinerung und addiert als neue Modellvariante eine Trailhawk-Version.

Noch mehr im Gelände kann der Jeep Grand Cherokee als neue Trailhawk-Version.
© Hersteller

Von Beatrix Keckeis-Hiller

Frankfurt –Der Rheingau hat viel Landschaft zu bieten. Eine schwache Fahrstunde von der deutschen Wirtschaftsmetropole Frankfurt entfernt hat‘s Hügel, Felder und Wälder, soweit das Auge reicht. Was es nicht gibt in dieser Mitte Europas sind grobfelsige Pfade und wüstenhafte Sanddünen. Dafür findet man jede Menge schmaler, abschüssiger, auch exponiert liegender Wege, die winters bei Schnee, Eis und Matsch zur kniffligen Fahr-Herausforderung werden können. Ein Terrain, auf dem sich echte Geländegänger wohlfühlen und ihr Potenzial zeigen können.

Das war für die ikonische US-Marke der passende Rahmen, den zum heurigen 25-Jahr-Jubiläum optisch – außen wie innen – sowie ausstattungsseitig verfeinerten Grand Cherokee in Europa vorzuführen, vielmehr: ihn in Deutschland vorführen zu lassen, wozu er imstande ist.

Grundsätzlich gibt Jeep ja für den Großen in allen Versionen das große Indianer-Ehrenwort auf souveräne Offroad-Eigenschaften. Aber getrimmt auf die höchste Meisterschaft für Gelände-Umwege wurde das SUV-Flaggschiff anhand der neuen „Trailhawk“-Version, mit der nach Cherokee und Renegade das Ausstattungsoffert komplettiert wurde.

Wie alle Grand-Cherokee-Typen zeigt auch er Design-Retuschen an der Front, zum Beispiel am modifizierten Kühlergrill und der LED-Lichtsignatur. Wie die Varianten „Laredo“, „Limited“ und „Overland“ ist er hierzulande mit dem 3,0-Liter-V6-Diesel zu haben, allerdings ausschließlich in der höheren Leistungsstufe, mit 250 PS (kombiniert, wie in allen Motorisierungen, mit achtstufiger Wandler-Automatik).

Für die Offroad-Meisterschaft ausgerüstet ist er mit der Top-Version der insgesamt drei Allrad-Systeme, die Jeep für den Grand Cherokee offeriert. Dazu gehören neben Geländeuntersetzungen unter anderem auch Luftfederung, fünffache Höhenverstellung (bis zu 28 cm Bodenfreiheit), Bergan- sowie Bergabfahrassistent, Offroad-Tempomat und nicht zuletzt technische Details wie ein Rampenwinkel von 29,8 Grad vorne, 22,8 Grad hinten und ein Böschungswinkel von 27,1 Grad.

Damit demonstrierte der „Trailhawk“ auf natürlicher und künstlicher Verschränkungsstrecke, dass er selbst mit minimaler Traktion – auch auf nur einem Rad – sich aus tiefsten Löchern herausackern und erschütterungsfrei alle Haxeln heben kann. Holpriges Terrain inhaliert er mit bemerkenswertem Komfort (auch für Fond-Passagiere). Vor tiefen Spurrillen und Schlamm graust ihn genauso wenig wie vor glitschigen Holzlatten. Das meistert er alles mit nonchalanter Lässigkeit, geradezu Beiläufigkeit.

Rund um die Trailhawk-Trails haben wir auch noch die Varianten „Summit“ und „SRT“ auf Waldpfaden, Landstraßen und Autobahnen verkostet. Ersteren in der mächtig anschiebenden Benziner-Version, dem 5,7-Liter-V8 mit 352 PS. In der neuerdings offerierten Top-Ausstattung mit Ledertapezierungen im Interieur wohnt es sich hochfein. Auf einem verkehrsarmen Autobahn-Teilstück nahe Frankfurt durfte er galoppieren. Es hört sich der Spaß aber ab 200 km/h auf, die Abstimmung von Fahrwerk und Lenkung ist doch eher familiengerecht-komfortabel gehalten. Ungleich strenger, herrlich aggressiv knurrend und für seine Bauart sehr, sehr sportlich zu Werke geht in dieser Hinsicht der Leistungshäuptling „SRT“, motorisiert mit 6,4-Liter-V8-Benziner (womit 468 PS einhergehen). Die linke Spur freiblinken ist nicht nötig. Das recht grantige G‘schau und der massive Körperbau genügen ihm, um sich freie (Schnell-)Laufbahn zu schaffen.

Der Einstiegspreis für den Grand Cherokee liegt prinzipiell bei 60.290 Euro, für die Basis-Version „Laredo“. Der „Trailhawk“ startet bei 73.990 Euro. Das Topmodell „SRT“ kommt auf ab 109.190 Euro.


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