Umstrittene Rede: AfD verzichtet auf Rauswurf Höckes

Seit langem sorgt Thüringens AfD-Chef Höcke mit provokanten Äußerungen immer wieder für Empörung. Heute stand in der Parteispitze ein Ausschluss des Politikers zur Diskussion. Doch stattdessen sollen Ordnungsmaßnahmen eingeleitet werden.

Björn Höcke gilt als Enfant terrible der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland.
© AFP/PHILIPP GUELLAND

Erfurt – Der AfD-Politiker Björn Höcke muss die rechtspopulistische Partei trotz seiner umstrittenen Äußerungen zum deutschen Geschichtsverständnis nicht verlassen.

Das beschloss der Vorstand der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland am Montag nach einer dreistündigen Telefonkonferenz. Wie aus Parteikreisen verlautete und auch die Bild-Zeitung berichtete, entschied der Vorstand stattdessen, „Ordnungsmaßnahmen“ gegen ihn einzuleiten. Diesen Vorschlag habe Vorstandsmitglied Albrecht Glaser gemacht.

Die Parteivorsitzende Frauke Petry hatte vergangene Woche erklärt, Höcke sei eine „Belastung für die Partei“. Am vergangenen Freitag hatte die AfD-Spitze den Angaben zufolge noch über einen möglichen Parteiausschluss von Höcke beraten.

Höcke gehört dem rechtsnationalen Flügel der AfD an. Er hatte am vergangenen Dienstag in Dresden, wo Petry die AfD-Landtagsfraktion leitet, eine Rede zum Thema Patriotismus gehalten. Darin forderte er eine „erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“. Über das Holocaust-Mahnmal in Berlin sagte er: „Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.“ (dpa)


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