Zürcher Börse schließt tiefer

Zürich (APA/dpa-AFX) - Die Zürcher Börse hat am Montag klar tiefer geschlossen und damit an die schwache Vorwoche angeknüpft. Nach einer Sta...

Zürich (APA/dpa-AFX) - Die Zürcher Börse hat am Montag klar tiefer geschlossen und damit an die schwache Vorwoche angeknüpft. Nach einer Startphase im roten Bereich und einer Teilerholung über die Mittagszeit zogen die tiefer eröffnenden US-Aktien die europäischen Märkte im späten Geschäft wieder nach unten.

Begründet wurde die trübe Börsenstimmung zu Wochenbeginn unter anderem mit der Antrittsrede von Donald Trump vom vergangenen Freitag und seinen ersten Amtshandlungen. Unter dem Strich sei diese Rede eine weitere Enttäuschung gewesen und habe vor allem in wirtschaftspolitischer Sicht nicht die erhoffte Klarheit gebracht. Unter dem schwachen Börsenklima litten in der Schweiz vor allem Banken- und Pharma-Aktien.

In Börsenkreisen macht sich die Befürchtung breit, dass sich Trumps enger und eindimensionaler Fokus zuerst auf die Neuverhandlungen des Wirtschaftsvertrags NAFTA und auf den Rückzug aus dem Transpazifischen Abkommen (TPP) richten könnte. Dies überdeckt die Hoffnungen, die er mit der Ankündigung von Steuersenkungen und Infrastruktur-Programmen schürt. Was er genau wolle, bleibe indes noch immer unklar, hieß es am Markt. Die mit der Börsenrally vom Dezember verteilten Vorschusslorbeeren seien mittlerweile aufgebraucht.

Der Swiss Market Index (SMI) fiel schließlich um 0,56 Prozent auf 8.229,01 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die größten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verlor 0,41 Prozent auf 1.313,15 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) rutschte um 0,48 Prozent auf 9.002,04 Punkte ab. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 19 im roten und zehn im schwarzen Bereich sowie Lonza unverändert.

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Größte Verlierer waren Julius Bär (-2,8 Prozent) und Credit Suisse (-2,6 Prozent), während UBS (-1,3 Prozent) etwas moderater nachgaben. Die Finanztitel hatten sich zuletzt in Erwartung auf Erleichterungen von US-Regulierungsseite gut entwickelt. Nun schwinde die Hoffnung wieder etwas, was die Kurse belaste, hieß es im Handel. Credit Suisse wurden zudem etwas von einer Klage des Wertheim Jewish Education Trust in den USA im Zusammenhang mit dem Erbe der Frankfurter Unternehmerfamilie Wertheim gebremst. In einer Klageschrift wird die Rückerstattung von 3,0 Milliarden US-Dollar gefordert. Die Bank geht geht aber davon aus, dass diese unbegründet ist.

Im Vergleich dazu hielten sich innerhalb des Finanzsektors die Versicherungen Bâloise (-0,6 Prozent), Swiss Re und Zurich (je -0,4 Prozent) sowie Swiss Life (-0,3 Prozent) besser.

Im Fokus standen aber insbesondere SGS (-2,1 Prozent), welche im Anschluss an das Jahresergebnis nach leicht festerem Start ebenfalls zu den schwächsten Aktien gehörten. Das Unternehmen hatte mit den Zahlen zum Geschäftsjahr 2016 die Erwartungen der Analysten nur knapp erfüllt. In Kommentaren wurde dabei auf die anhaltende Schwäche im Energiebereich verwiesen. Positiv wurde dagegen die starke Cashflow-Entwicklung, die erhöhte Dividende sowie das Aktienrückkaufprogramm hervorgehoben.

Insbesondere litt der Gesamtmarkt aber unter den Verlusten von Novartis (-1,2 Prozent) und etwas geringer von Roche (-0,6 Prozent). Bei Novartis gab eine Meldung aus der Sonntagspresse zu denken: Demnach will CEO Joe Jimenez sein Amt in zwei Jahren niederlegen. Zuvor wolle der Novartis-Chef aber noch die Augenheilsparte Alcon sanieren, hieß es im Artikel. Denn bei einem Verkauf der Sparte im gegenwärtigen Zustand drohe eine Abschreibung auf den Firmenwert von rund 18 Milliarden US-Dollar.

~ ISIN CH0009980894 ~ APA523 2017-01-23/20:01


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