Aufbruchsstimmung in Lienz

Der Neujahrsempfang der Wirtschaftskammer stand im Zeichen des Aufschwungs. 2016 haben Firmen mehr investiert, das beweist die hohe Anfrage zu Förderungen.

© Brunner

Von Catharina Oblasser

Lienz –In Osttirol geht es aufwärts: Davon sind Wirtschaftskammer-Bezirksobmann Michael Aichner, Geschäftsführer Reinhard Lobenwein und der Kammerpräsident Jürgen Bodenseer überzeugt. Beim Neujahrsempfang der Wirtschaftskammer in Lienz belegten sie die Aufbruchsstimmung auch mit Zahlen.

„Die regionale Wirtschaft entwickelt sich gut, die Betriebe sind ausgelastet“, meint Aichner. Besonders freut ihn, dass die Arbeitslosenquote im Bezirk, die üblicherweise mehr als zehn Prozent beträgt, endlich einstellig ist. „Der genaue Wert für 2016 liegt noch nicht vor. Es dürften aber etwa 9,5 Prozent sein“, so der Bezirksobmann. Im Iseltal liege die Quote zwar darüber, aber dafür ist sie im Pustertal und im Lienzer Talboden niedriger.

Dass die heimischen Betriebe auch weiterhin Nachwuchs finden werden, leitet Aichner aus einer anderen Statistik ab. „Es machen prozentuell gesehen mehr junge Menschen eine Lehre als früher, wenn auch die absolute Zahl der Geburten sinkt.“

Erfreulich ist auch die Entwicklung der Nächtigungen: Seit Jahren lag die Zahl 2016 endlich wieder über zwei Millionen. Für Bodenseer hat Osttirol das Potenzial zur Ganzjahres-Destination. „Die schöne und intakte Natur bietet sich geradezu dafür an“, meint der Tiroler Wirtschaftskammerpräsident.

Laut Reinhard Lobenwein haben heimische Betriebe im vergangenen Jahr kräftig investiert. „Ein Indikator dafür ist die Zahl der Förderberatungen, die wir in der Kammer anbieten. Es gab doppelt so viele Anfragen, also auch doppelt so viele Projekte, wie im Jahr davor.“ Stark gefragt war die Kleinstunternehmer-Förderung, die Betriebe mit weniger als zehn Vollzeitmitarbeitern und unter zwei Millionen Euro Umsatz in Anspruch nehmen können. Weiters steht Projektbetreibern in Osttirol auch das Sonderförderprogramm für Natura-2000-Regionen zur Verfügung.

Doch nicht nur die Zahlen des abgelaufenen Jahres geben Anlass zur Hoffnung, sondern auch langfristige Erfolge: Im Österreich-Vergleich hat sich der Bezirk Lien­z kräftig hinaufgearbeitet. Die Statistik Austria teilt den Staat in 36 Wirtschaftsräume, von denen Osttirol einer ist. Maßzahl für das Ranking ist das Bruttoregionalprodukt. Und da konnte der Bezirk in den letzten 15 Jahren aufholen. Lag er im Jahr 2000 noch an 30. Stelle von 36, so befindet sich Osttirol laut den aktuellsten verfügbaren Zahlen nun auf Platz 22 und damit im Mittelfeld.


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