Carter gedopt: Bolt und Co. verlieren Olympia-Gold

Nesta Carter wurde die Einnahme des verbotenen Stimulanzmittels Methylhexaneamin nachgewiesen. Bolt und Co. wurde ihre Goldmedaille aberkannt.

Nesta Carter, Michael Frater, Usain Bolt und Asafa Powell müssen ihre Goldmedaille zurückgeben.
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Lausanne - Leichtathletik-Fabelsprinter Usain Bolt darf sich nur noch achtfacher Olympiasieger nennen. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) gab am Mittwoch bekannt, dass Jamaikas Sprintstaffel mit Bolt die Goldmedaille von Peking 2008 verliert. Grund dafür ist ein positiver Doping-Nachtest von Nesta Carter, dem die Einnahme des verbotenen Stimulanzmittels Methylhexaneamin nachgewiesen worden ist.

Der mittlerweile 31-jährige Carter, dem nun eine nachträgliche Sperre vonseiten des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF von bis zu einem Jahr droht, war Mitglied der 4x100-m-Staffeln Jamaikas, die sowohl Olympia-Gold 2008 und 2012 gewonnen als auch WM-Gold 2011, 2013 und 2015 erobert haben. In Peking hatte er als Startläufer fungiert und gemeinsam mit Michael Frater, Bolt und Asafa Powell in der damaligen Weltrekordzeit von 37,10 Sekunden gewonnen. Dieser wurde dann vier Jahre später bei den Sommerspielen in London von Carter, Frater, Yohan Blake und Bolt auf 36,84 gesenkt.

Von der nachträglichen Disqualifikation der Jamaikaner durch die IOC-Disziplinarkommission profitiert das Quartett aus Trinidad und Tobago, das in 38,06 ursprünglich Zweiter geworden war. Keston Bledman, Marc Burns, Emmanuel Callender und Richard Thompson dürfen sich nun mit mehr als acht Jahren und fünf Monaten Verspätung doch noch über Olympia-Gold freuen. Japan (38,15) rückt auf den Silber-, Brasilien (38,24) auf den Bronze-Rang vor.

Neben dem jamaikanischen Quartett muss auch die 40-jährige Russin Tatjana Lebedewa ihre beiden in Peking gewonnenen Silbermedaillen zurückgeben. Der Weit- und Dreispringerin wurde bei den Nachtests die Einnahme von Dehydrochlormethyltestosteron - einem als Oral-Turinabol vertriebenen Anabolikum - nachgewiesen. Lebedewa, die ihre aktive Karriere bereits beendet hat, könnte von der IAAF nachträglich bis zu vier Jahre gesperrt werden. (APA)


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