Schülerin durfte nicht aufs Klo: 1,25 Mio. Dollar Entschädigung

Einer Schülerin wurde von der Lehrerin der Gang zur Toilette untersagt. Sie musste ihre Notdurft in einem Nebenraum des Klassenzimmers verrichten. Ein Gericht sprach ihr deshalb nun mehr als eine Million Dollar zu.

Es gibt Dinge, die nicht ins Klo gehören, darunter auch Essensreste - sie können Ratten anlocken.
© Andreas Rottensteiner / TT

Washington – Dass ein Mädchen nicht zur Toilette gehen durfte, kommt einen Schulbezirk im kalifornischen San Diego teuer zu stehen. Der damals 14-Jährigen wurde vor fünf Jahren an der Patrick Henry High School getreu den Schulregeln verboten, während des Unterrichts aufs Klo zu gehen. Unter Berufung auf Gerichtsunterlagen berichtete die „San Diego Union-Tribune“, das Mädchen sei stattdessen mit einem Eimer ausgestattet und mit dessen Inhalt an das Waschbecken verwiesen worden. Der Bezirk muss der heute 19-Jährigen 1,25 Millionen Dollar Schmerzensgeld und 41.000 Dollar für Arztrechnungen bezahlen.

Mädchen leidet unter Depressionen

Den Angaben zufolge bekam das Mädchen nach dem Vorkommnis Angstattacken und Depressionen, es wechselte zwei Mal die Schule und soll versucht haben, sich das Leben zu nehmen. Vor Gericht schilderte die Teenagerin die Demütigung, die sie damals empfand. Nach dem Vorfall war sie den Lästereien und obszönen SMS ihrer Mitschüler ausgesetzt. Sie befindet sich noch immer in psychologischer Behandlung.

Die Schule entschuldigte sich bei der Jugendlichen und bot ihr Hilfe an, die diese aber ablehnte. Allerdings prüft die Schulbehörde noch, ob sie das Urteil anfechten wird. Die fragliche Lehrerin wurde direkt nach dem Vorfall beurlaubt. Sie kehrte nie wieder an die Schule zurück. (TT.com, dpa)


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