Fußball: Fehlstart 2017 - Sturm weiter „nicht zufriedenstellend“

St. Pölten/Graz (APA) - Sturm Graz hinkt den eigenen Ansprüchen in der Fußball-Bundesliga weiter hoffnungslos hinterher. Drei Niederlagen ha...

St. Pölten/Graz (APA) - Sturm Graz hinkt den eigenen Ansprüchen in der Fußball-Bundesliga weiter hoffnungslos hinterher. Drei Niederlagen haben die Grazer in den ersten drei Spielen des Jahres 2017 kassiert.

Das Wort „Krise“ nahm Trainer Franco Foda am Sonntag nach dem 1:2 in St. Pölten zwar noch nicht in den Mund. „Wie auch immer man das bezeichnen möchte - wenn man drei Niederlagen hat im Frühjahr, dann ist das nicht zufriedenstellend“, sagte der Deutsche auf Sky. „Das haben wir uns sicher ein Stück weit anders vorgestellt.“

Der so stark in die Saison gestartete Herbstmeister muss als Tabellenvierter um den Europacup-Einzug bangen. Zwei Punkte fehlen derzeit auf die drittplatzierte Wiener Austria, die am Wochenende selbst zu Hause gegen den Zweiten Altach stolperte (1:3). Kommenden Samstag hat Sturm die Altacher zu Gast. Foda: „Resultatsmäßig brauchen wir unbedingt mal einen Sieg.“

Die Ergebnisse lassen seit Ende November zu wünschen übrig. In den vergangenen sieben Runden setzte es nicht weniger als fünf Niederlagen. Die Abgänge von Uros Matic und Bright Edomwonyi im Winter haben Spuren hinterlassen. Allerdings waren die Grazer schon im vergangenen Jahr nur verhalten aus der Winterpause gekommen. In den acht Ligarunden im Februar und März 2016 gab es nur einen Sieg.

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Am Ende reichte es im Vorjahr als Ligafünfter nicht für Europa. Nach dem starken ersten Saisondrittel wäre das 2016/17 eine vergebene Chance. „Es liegt an uns selbst, uns da herauszuarbeiten“, meinte Torhüter Christian Gratzei. Der Ärger in St. Pölten sei „riesig“ gewesen, zumal man nach dem Premierentor von Innenverteidiger Christian Schoissengeyr auch noch eine Führung aus der Hand gab.

„Wir haben uns in der zweiten Hälfte zu weit zurückgezogen. Unerklärlicherweise sind wir, anstatt mit dem Tor Selbstvertrauen zu bekommen, unsicherer geworden“, sagte Gratzei. „Das tut irgendwie weh.“ Auch Foda fand keine Erklärung dafür. „In einigen Phasen des Spiels sind wir besser aufgetreten als zuletzt. Dann muss man aber zumindest einen Punkt mitnehmen.“

Ein spätes Tor von Manuel Hartl nach kollektivem Winterschlaf in der Sturm-Hintermannschaft beraubte Foda auch dieser Hoffnung. „Das war einfach schlecht verteidigt“, kritisierte der Sturm-Coach, der auch offensiv einen Rückfall beobachtete: „Was ich den Spielern vorwerfen muss, ist, dass wir in der zweiten Hälfte nicht so konkret waren wie in der ersten. In der ersten Hälfte war das okay, in der zweiten nicht mehr.“

Deni Alar (13 Saisontore) hat seit Oktober nur in einem Spiel getroffen. Auffälligster Offensivakteur von Sturm war Neuzugang Baris Atik, den Foda an vorderster Front als Unterstützung für den Führenden der Schützenliste aufgeboten hatte. Atik hofft auf einen Befreiungsschlag gegen Altach. „Es muss so schnell wie möglich klappen“, sagte der Deutsch-Türke. „Das nächste Spiel müssen wir gewinnen, für die Fans, für das Team und für den Verein.“

Auch St. Pölten hofft, seinen Mini-Lauf kommende Woche im direkten Duell in Mattersburg fortzusetzen. Durch die beiden jüngsten 2:1-Siege gegen Altach und Sturm liegt das Team von Jochen Fallmann im Kampf um den Klassenerhalt vorerst vier Punkte vor den Mattersburgern und Schlusslicht Ried. „Wenn wir so ein Gesicht zeigen wie in der zweiten Hälfte gegen Sturm, wird es jeder Gegner schwer haben“, meinte der eingewechselte Christopher Drazan.

Die St. Pöltner wissen um die Bedeutung der kommenden Wochen. 13 Runden sind ausständig. „Jetzt ist jedes Spiel wichtig“, sagte Rückkehrer Cheikhou Dieng, nach seinem Tor in Altach auch gegen Sturm einer der besten SKN-Akteure. „Jedes Spiel ist ein Endspiel für uns.“


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