Fall Yücel - Prominente in Deutschland fordern von Ankara Freilassung

Ankara/Berlin (APA/AFP) - Auf ganzseitigen Anzeigen in überregionalen Tageszeitungen haben mehrere hundert Prominente die Freilassung des in...

Ankara/Berlin (APA/AFP) - Auf ganzseitigen Anzeigen in überregionalen Tageszeitungen haben mehrere hundert Prominente die Freilassung des in der Türkei inhaftierten „Welt“-Korrespondenten Deniz Yücel gefordert. „Für die Freiheit von Information, Meinung, Wort und Kunst“, hieß es in dem am Dienstag veröffentlichten Aufruf in deutscher und türkischer Sprache.

„Gemeinsam für und mit Deniz Yücel und allen zur Zeit in der Türkei inhaftierten Kolleginnen und Kollegen.“ Zu den mehr als 300 Unterzeichnern zählen neben Künstlern, Schauspielern, Rechtsanwälten und anderen Prominenten eine Reihe von Chefredakteuren wie Klaus Brinkbäumer vom „Spiegel“ oder Giovanni di Lorenzo von der „Zeit“.

Auch leitende Vertreter von „Focus“, „Stern“, „Bild“ oder „Süddeutscher Zeitung“ unterzeichneten den Aufruf, in dem Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der UNO zitiert wird: „Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.“

Ein türkischer Haftrichter hatte am Montagabend Untersuchungshaft gegen den deutsch-türkischen Korrespondenten der Zeitung „Die Welt“ verhängt. Wie das Blatt auf seiner Website mitteilte, wurde Yücel wegen Aufwiegelung der Bevölkerung und Terrorpropaganda in Haft genommen. Yücel hatte sich am 14. Februar freiwillig der Polizei in Istanbul zur Befragung gestellt und war daraufhin in Polizeigewahrsam genommen worden.


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