Alkoholisierter Traktorfahrer übersah Freundin: Bedingte Haftstrafe

Salzburg (APA) - Ein Landwirt ist am Dienstag bei einem Prozess in Salzburg wegen fahrlässiger Körperverletzung zu fünf Monaten bedingter Ha...

Salzburg (APA) - Ein Landwirt ist am Dienstag bei einem Prozess in Salzburg wegen fahrlässiger Körperverletzung zu fünf Monaten bedingter Haft verurteilt worden. Für den 46-jährigen Flachgauer war der 3. November 2016 „ein ganz blöder Tag“, wie er schilderte. Er habe alkoholisiert einen Hoflader gelenkt und seine Lebensgefährtin übersehen. Die Gabel des kleinen Traktors bohrte sich in den Unterschenkel der Frau.

Zum Unfallzeitpunkt hatte der Landwirt laut Strafantrag der Staatsanwaltschaft Salzburg 1,34 Promille Alkohol im Blut. „Ich bitte um Entschuldigung“, zeigte sich der bisher unbescholtene Angeklagte reumütig geständig. Er habe vor der Ladetätigkeit auf seinem Hof im Flachgau mit Freunden „ein paar Bier“ getrunken. Es habe auch Anlass zum Feiern gegeben, der Nachbar habe erzählt, dass er Großvater werde. „Ich habe gesagt, laden wir noch ab, dann ist der Tag gemacht.“

Als er mit dem rund 2,5 Tonnen schweren „Hoftrac“ nach vor gefahren sei, um einen Container abzuladen, habe seine Freundin aufgeschrien. „Der Hund hatte noch mehr Glück als die Lebensgefährtin“, stellte Strafrichter Günther Nocker fest. Doch auch sie habe Glück gehabt, denn das Ganze hätte für sie noch schlimmer ausgehen können, meinte der Richter. „Ohne Alkohol wäre ihre Aufmerksamkeit besser gewesen“, sagte er zum Beschuldigten.

Die Frau dürfte dem Angeklagten die Tat bereits verziehen haben. Die beiden betraten gemeinsam den Gerichtssaal und wirkten gut gelaunt, als sie das Gebäude nach der Urteilsverkündung wieder gemeinsam verließen. Der Richter hat die bedingte Haftstrafe unter einer Probezeit von drei Jahren verhängt. Staatsanwältin Sabine Krünes verzichtete auf Rechtsmittel. Der Landwirt nahm die Strafe an. Da er aber ohne Verteidiger zu dem Prozess gekommen war, wird das Urteil erst nach einer Bedenkzeit von drei Tagen rechtskräftig. Der Strafrahmen reichte in diesem Fall bis zu zwei Jahren Haft.

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