Autokorsos für Yücel - „Journalismus ist kein Verbrechen“

Berlin/Leipzig/Frankfurt am Main (APA/dpa) - Vor der türkischen Botschaft in Berlin haben Demonstranten die Freilassung des in der Türkei in...

Berlin/Leipzig/Frankfurt am Main (APA/dpa) - Vor der türkischen Botschaft in Berlin haben Demonstranten die Freilassung des in der Türkei inhaftierten Journalisten Deniz Yücel gefordert. „Freiheit für alle inhaftierten Journalist/innen in der Türkei!“, war auf Plakaten neben dem Konterfei des „Welt“-Journalisten zu lesen. Zuvor fuhren Unterstützer im Autokorso durch Berlin.

Die Polizei zählte rund 100 Autos und 19 Fahrräder. Die Initiative #FreeDeniz hatte am Dienstag in rund zehn Städten zu Autokorsos aufgerufen.

Als einer der Redner auf der Kundgebung forderte der Parteichef der deutschen Günen, Cem Özdemir, die Freilassung von Journalisten und Menschen, die sich in der Türkei für Demokratie einsetzen. Nach 13 Tagen Polizeigewahrsam hatte ein Haftrichter in Istanbul am Montagabend Untersuchungshaft für Yücel angeordnet. Yücel wird Propaganda für eine terroristische Vereinigung und Aufwiegelung der Bevölkerung vorgeworfen.

Auch in Leipzig und anderen deutschen Städten - insgesamt waren es rund zehn - wurde mit einem Auto- und Fahrradkorso gegen die Inhaftierung des Journalisten protestiert. Nach Angaben der Polizei zogen die Teilnehmer am Dienstag vom Süden der Stadt in Richtung City. Etwa 50 Autos und rund 30 Radfahrer waren bei der Abfahrt dabei.

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Knapp 70 Wagen nahmen laut Polizei in Frankfurt an der Kundgebung teil. Mit dabei war hier auch Yücels Schwester Ilkay. Sie hofft, dass durch solche Aktionen „die Öffentlichkeit auf den Fall aufmerksam wird“. Ihrem Bruder gehe es den Umständen entsprechend gut, sagte sie: „Noch ist er stark.“ Die Route führte zum türkischen Generalkonsulat. In den Windschutzscheiben lagen Plakate mit Slogans wie „Erdogan weghupen“ oder „Journalismus ist kein Verbrechen“.

Auch drei hessische Landtagsabgeordnete mit türkischen Wurzeln - Mürvet Öztürk (Grüne), Handan Özgüven und Turgut Yüksel (beide SPD) - setzen sich für Yücel ein. Sie seien „bestürzt“ über die Untersuchungshaft, sagten sie in einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung. „Wir erwarten, dass Yücel ein fairer Prozess gemacht wird, der rechtsstaatlichen Grundsätzen entspricht“.


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