Stundenlange Wohnungsdurchsuchung bei Moskauer Menschenrechtlerin

Moskau (APA/AFP) - Bei der russischen Journalistin und Menschenrechtsaktivistin Soja Swetowa in Moskau hat am Dienstag eine stundenlange Woh...

Moskau (APA/AFP) - Bei der russischen Journalistin und Menschenrechtsaktivistin Soja Swetowa in Moskau hat am Dienstag eine stundenlange Wohnungsdurchsuchung stattgefunden. Daran beteiligt waren „etwa zehn Personen“, sagte ihr Mann Viktor Dsjadko. Die 57-jährige Swetowa gehört zu Russlands bekanntesten oppositionellen Journalisten. Sie befasst sich vor allem mit dem russischen Justiz- und Gefängnissystem.

Swetowa arbeitet regelmäßig für die Internetseite Open Russia, die der im Exil lebende ehemalige Oligarch Michail Chodorkowski finanziert, für das Magazin „The New Times“ und für den US-Sender Radio Swoboda (Radio Liberty). Wiederholt warf sie den Behörden vor, Unschuldige in manipulierten Prozessen aus politischen Motiven unter anderem der Spionage bezichtigt und verurteilt zu haben. Auch Fälle von Folter im Strafvollzug brachte sie an die Öffentlichkeit.

Mehrere Mitglieder der Opposition, darunter die Schriftstellerin Ljudmila Ulizkaja und der ehemalige sowjetische Dissident Alexander Podrabinek begaben sich aus Solidarität zu Swetowas Haus, wurden aber nicht eingelassen. Die ebenfalls anwesende Rechtsanwältin Anna Stawizkaja schrieb auf Facebook, die Wohnungsdurchsuchung durch das Ermittlungskomitee, der russischen Strafverfolgungsbehörde, stehe im Zusammenhang mit einem Korruptionsverfahren aus dem Jahr 2013 gegen den damals von Chodorkowski geleiteten und inzwischen zerschlagenen Ölkonzern Yukos.

Das Ermittlungskomitee teilte nach dem Ende der Durchsuchung mit, seine Mitarbeiter hätten Informationen, wonach Swetowa im Besitz von Unterlagen über illegale Gelder Chodorkowskis sei. Die Durchsuchung habe nichts mit Swetowas beruflichen oder Menschenrechtsaktivitäten zu tun.


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