Trump lässt Märkte weiter hoffen, Fed rückt wieder in den Fokus

Investoren nahmen erleichtert den versöhnlicheren Ton des US-Präsidenten in seiner Rede vor dem Kongress auf. Ansonsten gab es wenig Konkretes.

Trump hat in der Nacht zum Mittwoch im Parlament in Washington nur wenig Details zu seinen Steuer- und Investitionsplänen verraten.
© Reuters

Washington – Große Ankündigungen, wenig Einzelheiten: Auch die Wirtschaft blickte gebannt nach Washington und wartete auf greifbare Aussagen von US-Präsident Donald Trump zu dessen Steuer-und Investitionsplänen. In seiner Rede vor dem Kongress gab es wenig Neues - aber die Finanzmärkte halten die Hoffnung hoch.

Auch nach der in Wirtschaftsfragen wenig konkreten Rede setzen die Finanzmärkte weiter auf Impulse durch die Politik des neuen US-Präsidenten. Der Republikaner hatte in der Nacht zum Mittwoch im Parlament in Washington nur wenig Details zu seinen Steuer- und Investitionsplänen verraten. Erleichtert nahmen Investoren aber den versöhnlicheren Ton Trumps auf. Gleichzeitig rückten Aussagen zweier einflussreicher US-Notenbanker in den Vordergrund, die die Notwendigkeit einer baldigen Zinserhöhung durch die amerikanische Zentralbank Fed betonten.

Historische Steuerreform, aber wie?

Insgesamt wirkte sich die Rede Trumps kaum auf die Kurse an den Devisen- und Aktienmärkten aus. Einige Experten hatten einen Absturz der zuletzt stark gestiegenen Aktienkurse befürchtet, falls Trump keine Einzelheiten seiner Pläne nennen würde. Vor allem bei der Steuerreform hatten viele Analysten auf Neuigkeiten gewartet.

Trump versprach nun zwar eine historische Steuerreform. Sein Wirtschaftsteam arbeite daran. Unternehmen sollten weniger Steuern zahlen, um überall wettbewerbsfähig sein zu können. Ins Detail ging Trump wie bei den Plänen für Infrastruktur-Ausgaben allerdings nicht.

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Er habe aber auch nichts Negatives gesagt, hieß es in einer ersten Studie der französischen Bank Societe Generale. Die Märkte könnten sich jetzt wieder auf die am 15. März anstehende Sitzung der US-Notenbank konzentrieren. Hier sei die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung nach jüngsten Aussagen von US-Notenbankvertretern gestiegen. Das stütze grundsätzlich den Dollar und US-Staatsanleihen.

Aktienmärkte bleiben gelassen

Am Devisenmarkt, der gewöhnlich sehr schnell und sensibel auf politische Aussagen reagiert, bewegte sich der Dollar nur wenig. Alles in allem gewann er nur leicht an Wert. Ein Euro kostete zuletzt 1,0555 Dollar und damit etwas weniger als vor der Trump-Rede.

Auch an den Aktienmärkten wirkte sich die Rede nicht so stark aus, wie einige Investoren angenommen hatten. Der DAX wurde beim Broker IG für den Mittwochvormittag leicht im Plus erwartet. Der deutsche Leitindex könnte damit seine leichte Erholung der vergangenen beiden Handelstage nach dem kleineren Rückschlag vom Freitag fortsetzen und so wieder Kurs auf die Marke von 12.000 Punkten nehmen.

Warten auf Yellen

William Dudley, der einflussreiche Präsident der regionalen Notenbank von New York, hatte am Dienstag vor dem Auftritt Trumps im Kongress gesagt, dass eine Zinserhöhung zunehmend zwingender werde. Sein Kollege John Williams, Chef der Notenbank in San Francisco, meinte zudem, eine Zinserhöhung könnte im März beim nächsten Treffen der Fed ernsthaft erwogen werden. An diesem Freitag steht noch eine stark beachtete Rede von US-Notenbankchefin Janet Yellen auf der Agenda. (APA, dpa)


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