Februar-Arbeitslosigkeit - Kopf: Bei Technikermangel an Frauen denken

Wien (APA) S-Chef Johannes Kopf appelliert im Vorfeld des Weltfrauentages am 8. März an die Arbeitgeber, bei Fachkräftemangel in technischen...

Wien (APA) S-Chef Johannes Kopf appelliert im Vorfeld des Weltfrauentages am 8. März an die Arbeitgeber, bei Fachkräftemangel in technischen Bereichen auch an die Frauen zu denken. Inzwischen seien diese bei den Jungen im Schnitt besser ausgebildet - und die Erfahrung im S zeige, dass sie auch oft wissbegieriger sind.

Dies spiegle sich im steigenden Einkommen der Frauen wider, wobei: „Es geht in die richtige Richtung, aber es geht nicht schnell genug“, so Kopf im Gespräch mit der APA. Wesentlich für ein gutes Einkommen sei, dass Frauen nach der Schwangerschaft möglichst schnell wieder ins Berufsleben zurückkehren - und dort möglichst viele Stunden arbeiten. „Wir sehen hier einen klaren Zusammenhang“, so Kopf.

Hingegen würden Frauen, die nur sehr wenige oder gar keine Stunden in den Jahren nach der Schwangerschaft arbeiten, nicht nur einen Karriereknick haben - sie würden auch oft aus ihren angestammten Berufen in die klassischen Teilzeitberufe zurückgedrängt. „Für diese Frauen gibt es dann auch keine Vollzeitjobs mehr, obwohl die Zeit der Kinderbetreuung schon lange vorbei ist“, warnt Kopf.

Da mittlerweile 47 Prozent der arbeitenden Frauen dies in Teilzeit tun, könne man nicht mehr von atypischen Berufen sprechen, so der AMS-Chef. Grundsätzlich lasse sich sagen, dass sowohl bei Männern als auch bei Frauen der Jobzuwachs auf Teilzeitarbeit zurückzuführen sei. Und die Zahl weiblicher Teilzeitbeschäftigter hat sich in den letzten Jahren der Zahl vollzeitbeschäftigter Frauen angenähert

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2016 lag die Arbeitslosenquote bei Männern bei 9,7 Prozent, bei Frauen bei 8,3 Prozent. Allerdings stieg sie bei Frauen - im Gegensatz zu den Männern. Kopf führt dies, unter anderem, darauf zurück, dass nach der Wirtschaftskrise im Jahr 2009 vor allem Jobs in der Industrie und am Bau verloren gingen - und dies hauptsächlich Männer traf. In diesen Bereichen ist allerdings die Konjunktur angesprungen, weshalb es bei Männern eine Erholung am Arbeitsmarkt gab. Auffallend ist, dass die Arbeitslosigkeit bei Frauen im Osten deutlich stärker stieg als im Westen.

Weiters fällt auf, dass 2016 die Arbeitslosigkeit in der Versicherungsbranche bei Frauen erheblich stärker zunahm als bei Männern. Und in der öffentlichen Verwaltung ist sie wesentlich weniger zurückgegangen als bei den männlichen Kollegen.

~ WEB http://www.ams.at ~ APA179 2017-03-01/11:07


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