Deutsche Tarifverdienste legten so gering zu wie seit 2011 nicht mehr

Wiesbaden (APA/AFP) - Nach Tarif bezahlte Beschäftigte in Deutschland haben 2016 im Durchschnitt 2,0 Prozent mehr verdient als im Jahr zuvor...

Wiesbaden (APA/AFP) - Nach Tarif bezahlte Beschäftigte in Deutschland haben 2016 im Durchschnitt 2,0 Prozent mehr verdient als im Jahr zuvor. Das sei der geringste Anstieg seit 2011, teilte das Statistische Bundesamt heute, Mittwoch, in Wiesbaden mit.

Demnach könnten die niedrigen Inflationsraten in den vergangenen Jahren zur „moderaten Entwicklung der Tarifverdienste“ beigetragen haben. Der Anstieg der Verbraucherpreise wird in Tarifverhandlungen häufig als Orientierungsmaßstab herangezogen.

Überdurchschnittlich stiegen die Tarifverdienste den Statistikern zufolge mit einem Plus von 3,0 Prozent bei den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen, zu denen beispielsweise Reisebüros, Zeitarbeit sowie die Wach- und Sicherheitsbranche zählen. Tarifbeschäftigte in der Energieversorgung verdienten demnach um 2,7 Prozent mehr, Beschäftigte im Handel um 2,5 Prozent.

In vielen anderen Branchen lag die Tarifentwicklung 2016 genau im Durchschnitt - etwa im Baugewerbe, im Gastgewerbe, in der öffentlichen Verwaltung und bei Finanz- und Versicherungsdienstleistungen. Deutlich geringere Tariferhöhungen verzeichneten demnach die Branchen Verkehr und Lagerei mit einem Zuwachs von 1,2 Prozent sowie Bergbau mit einem Plus von 0,7 Prozent. Bei ihrer Berechnung berücksichtigten die Statistiker sowohl die tariflichen Grundvergütungen als auch Sonderzahlungen.


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