Wattens setzt auf Beistand von oben

Im Spielertunnel des Gernot-Langes-Stadions hängt seit gestern ein Heiligenbild im WSG-Stil. Mit Wiener Neustadt wartet aber eine höchst irdische Aufgabe.

Bischof Alois Kothgasser segnete die WSG-Madonna im Spielertunnel des Gernot-Langes-Stadions.
© Michael Kristen

Von Tobias Waidhofer

Wattens –Irgendwie trafen da gestern im Gernot-Langes-Stadion zwei Welten aufeinander: WSG-Wattens-Präsidentin Diana Langes-Swarovski begrüßte den ehemaligen Innsbrucker Bischof Alois Kothgasser. Doch so sehr Fußball und Religion auf den ersten Blick auseinanderliegen müssen, inhaltlich war man sich gestern einig. Denn die WSG hatte zu einer ungewöhnlichen Präsentation geladen. Eine, die selbst einen hohen religiösen Würdenträger in das Fußball-Stadion führte.

Die WSG enthüllte nämlich gestern, zwei Tage vor dem ersten Heimspiel 2017 gegen Wiener Neustadt, die so genannte „WSG-Madonna“. Im Spielertunnel platziert soll das Madonnenbild des Oberländer Künstlers Martin Juen den Akteuren zusätzliche Kraft verleihen. „Es ist einfach wunderschön, dass zwei scheinbar gegensätzliche Dinge, nämlich Kunst und Sport, hier zusammengeführt wurden“, schwärmte Präsidentin Langes. „Die WSG-Madonna wird uns immer daran erinnern, dass nichts unmöglich ist.“ Mitgebracht hat die 44-Jährige die spirituelle Idee übrigens aus Spanien, die Stadionkapelle des FC Valencia hatte es ihr angetan.

Dass der spanische Traditionsklub aktuell in der Primera Division gegen den Abstieg spielt und die Kapelle im Mestalla-Stadion österreichischen Teams (erinnern Sie sich noch an das 0:9 des Nationalteams?) nicht unbedingt Glück gebracht hat, sei dahingestellt.

Nachdem Bischof Kothgasser das Bild gesegnet hatte, warf er auch noch eine fußballerische Anekdote in die Runde: „Ich habe auch das Salzburger Stadion gesegnet. Dann haben die gleich viel gewonnen.“ Ein gutes Omen für die WSG? Man wird sehen, ob der Fußball-Gott den Wattenern helfen kann, morgen (18.30 Uhr) die Konterstärke des SC Wiener Neustadt einzudämmen. Die Hilfe von „dem da oben“ wird nicht genug sein. „Wir müssen schauen, dass wir nicht auf den Fußball vergessen“, mahnte etwa Trainer Thomas Silberberger, der am Freitag wieder auf den inzwischen wieder komplett genesenen Benni Pranter setzen kann.

Was die Lizenz (Wirtschaftsprüfung der Bundesliga) betrifft, scheint bei der WSG alles auf Schiene. Und wenn in Wattens gar nichts mehr gehen sollte: Beten hilft. Jetzt müssen die Kicker dazu nicht einmal mehr in die Kirche ...


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