Fillon seit Wochen unter Dauerdruck

Paris (APA/AFP) - Der französische Präsidentschaftskandidat Francois Fillon soll in der Scheinbeschäftigungs-Affäre um seine Ehefrau formell...

Paris (APA/AFP) - Der französische Präsidentschaftskandidat Francois Fillon soll in der Scheinbeschäftigungs-Affäre um seine Ehefrau formell beschuldigt werden. An seiner Präsidentschaftskandidatur hält der konservative Politiker aber fest.

25. Jänner

Die satirische Investigativzeitung „Le Canard Enchaine“ enthüllt, dass Fillon als Abgeordneter seine Ehefrau Penelope jahrelang als parlamentarische Assistentin beschäftigte - ohne dass es Hinweise auf eine tatsächliche Arbeit gibt. Die nationale Finanzstaatsanwaltschaft leitet Vorermittlungen wegen des Verdachts der Veruntreuung öffentlicher Mittel ein.

26. Jänner

Fillon weist den Vorwurf einer Scheinbeschäftigung zurück: Die Beschäftigung seiner Ehefrau sei legal und „vollkommen transparent“ gewesen.

27. Jänner

Der in der Republikaner-Vorwahl unterlegene Ex-Premierminister Alain Juppe schließt aus, Fillon bei einem Rückzug als Präsidentschaftskandidat zu ersetzen.

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30. Jänner

Das Ehepaar Fillon wird erstmals von Ermittlern zu den Vorwürfen befragt.

31. Jänner

Ermittler sichern in der französischen Nationalversammlung Dokumente zur Beschäftigung von Penelope Fillon. Der Präsidentschaftskandidat bezeichnet sich als Opfer einer „professionell“ organisierten, beispiellosen Verleumdungskampagne.

1. Februar

„Le Canard Enchaine“ legt nach: Die Zeitung deckt auf, dass Fillon in seiner Zeit als Senator zwei seiner Kinder für insgesamt knapp 84.000 Euro als Mitarbeiter beschäftigte. Das Gehalt von Penelope Fillon als parlamentarische Mitarbeiterin beziffert das Wochenblatt auf insgesamt rund 830.000 Euro. Erste Parteifreunde rufen Fillon zum Rückzug auf.

2. Februar

Ein wieder aufgetauchtes Video bringt Fillon weiter in Bedrängnis: In einem Interview sagte seine Ehefrau 2007 der britischen Zeitung „Sunday Telegraph“: „Ich war niemals die Assistentin meines Mannes.“

6. Februar

Fillon bezeichnet die Beschäftigung seiner Ehefrau erstmals als „Fehler“ und entschuldigt sich. Er weist aber erneut jeden Gesetzesverstoß von sich und hält an seiner Präsidentschaftskandidatur fest.

9. Februar

Die Anwälte des Ehepaars Fillon fordern die nationale Finanzstaatsanwaltschaft auf, die Ermittlungen einzustellen oder abzugeben. Die Behörde sei in dem Fall nicht zuständig.

18. Februar

Fillon rückt von seiner früheren Aussage ab, er werde bei Einleitung eines Ermittlungsverfahrens auf seine Kandidatur verzichten. Er will also auch antreten, wenn er formell beschuldigt wird.

24. Februar

Die Ermittlungen gegen Fillon werden ausgeweitet: Die Finanzstaatsanwaltschaft übergibt den Fall an drei Untersuchungsrichter.

1. März

Fillon teilt in einer Pressekonferenz mit, dass die Untersuchungsrichter ihn formell beschuldigen wollen und ihn deswegen für den 15. März vorgeladen haben. Er bezeichnet die Ermittlungen als politisch motiviert und betont, an seiner Präsidentschaftskandidatur festzuhalten.


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