Stichwort - Der neue Flughafen in Berlin als Personalkarussell

Berlin (APA/dpa) - Auf das Personalkarussell BER sind schon viele aufgestiegen und konnten sich eines Tages nicht mehr halten. Die wichtigst...

Berlin (APA/dpa) - Auf das Personalkarussell BER sind schon viele aufgestiegen und konnten sich eines Tages nicht mehr halten. Die wichtigsten Köpfe in der Dauerkrise des neuen Hauptstadtflughafens in Berlin, der eigentlich schon seit 2011 in Betrieb sein sollte:

Die Flughafenchefs

- Rainer Schwarz: Wegen des geplatzten Eröffnung 2012 und des Krisenmanagements danach 2013 nach sieben Jahren im Unternehmen gekündigt. Leitet heute den Flughafen Münster-Osnabrück.

- Hartmut Mehdorn: Vorher Vorstandschef bei Deutscher Bahn und Air Berlin. Bis März 2015 zwei Jahre lang am BER. Kam mit Rücktritt nach Konflikten mit dem Aufsichtsrat womöglich seinem Rauswurf zuvor.

Der Architekt

- Meinhard von Gerkan: Architekt der Flughäfen Tegel und BER. Sein Büro war Generalplaner, dessen Kündigung 2012 verstärkte das Chaos. Heutige Verantwortliche sehen den Rauswurf als Fehler.

Die Bauleiter

- Manfred Körtgen: Musste wegen der geplatzten Eröffnung 2012 gehen. Für Kritik sorgte auch, dass er parallel zum Bau seine Promotion schrieb - über die Optimierung komplexer Baumaßnahmen.

- Horst Amann: Technikchef von Sommer 2012 bis November 2013, deckte tausende Mängel im Terminal auf, verlor aber einen erbitterten Machtkampf mit Mehdorn. Baut heute das Terminal 3 in Frankfurt.

- Jochen Großmann: Teilte die Brandschutzanlage auf, um sie steuerbar zu machen. Musste im Juni 2014 nach wenigen Monaten nach einer Korruptionsaffäre gehen. Wegen Bestechlichkeit verurteilt.

- Jörg Marks: Schrieb den geplatzten Zeitplan zur Eröffnung 2017. Besorgte als erster alle Genehmigungen für das Terminal. Nun nach zweieinhalb Jahren wegen fehlender Fortschritte freigestellt.

Die Aufsichtsräte

- Klaus Wowereit (SPD): Regierender Bürgermeister von Berlin (2001-2014). Wegen der Pannen 2013 Rücktritt vom Aufsichtsratsvorsitz. Dann Rückkehr, bis 2014 seine politische Karriere endet - auch wegen des BER.

- Matthias Platzeck (SPD): Brandenburgs Ministerpräsident (2002-2013) Lange Wowereits Vize im Aufsichtsrat, 2013 für ein knappes Jahr Vorsitzender. Bonmot: „Entweder das Ding fliegt oder ich fliege.“


Kommentieren