Deutsche FDP attackiert Schulz und macht sich selbst Mut

Dingolfing (APA/dpa) - Die deutsche FDP sieht sich im Wahljahr 2017 im Aufwind und will vor allem vom „Schulz-Effekt“ profitieren. Christian...

Dingolfing (APA/dpa) - Die deutsche FDP sieht sich im Wahljahr 2017 im Aufwind und will vor allem vom „Schulz-Effekt“ profitieren. Christian Lindner, Bundesvorsitzender der deutschen Liberalen, rief den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz beim Politischen Aschermittwoch seiner Partei in Dingolfing zum Hauptgegner aus.

„Dem Schulz geht es nicht um soziale Gerechtigkeit, sondern was ihn treibt, ist soziale Heuchelei“, sagte Lindner. „Nicht nur die SPD hat einen Schulz-Effekt.“ Seit der ehemalige Präsident des EU-Parlaments zum Kanzlerkandidaten der Sozialdemokraten gekürt wurde, habe nicht nur die SPD Mitglieder dazu gewonnen: „Wir haben über 1.500 neue Mitglieder gewonnen, so viele wie sonst in einem halben Jahr“, sagte Lindner und ergänzte - frei nach dem Dichter Friedrich Hölderlin: „Wo die Not wächst, da wächst das Rettende auch.“

Lindner, der zur Titelmelodie von „Star Wars“ in die Stadthalle eingezogen war, begrüßte aber, dass Schulz wieder Schwung in die politische Debatte gebracht habe. Nach zwölf Jahren Merkel sei die Politik wie betäubt gewesen. „Das Mysterium Schulz ist: Man kennt Frau Merkel inzwischen schon zu gut und ihn noch gar nicht. Davon profitiert er.“ Dieser Effekt werde sich aber abnutzen - auch, weil Schulz sich nicht auskenne. „Wahlkampf ist doch keine Weiterbildungsreise.“

Lindner sprach sich für mehr Wohneigentum und weniger Steuern aus, für ein geeintes Europa und religiöse Toleranz, aber auch für Härte gegen straffällig gewordene Einwanderer vor allem aus Nordafrika. Es sei skandalös, dass eine gut integrierte Familie abgeschoben werde, „weil man sie abschieben kann, aber die Desperados und Kriminellen aus Nordafrika, die werden wir nicht los. Da stimmt doch was nicht“.

Außerdem machte der FDP-Chef sich in seiner Rede, für die er viel Applaus bekam, über den deutschen Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und dessen Maut-Pläne lustig: „Wir sind doch nicht gezwungen, uns selbst zu schädigen, nur weil wir Rache-Gelüste gegenüber den Österreichern haben.“

Vor allem mit Blick auf die politische Debatte in den USA sagte Lindner: „Auch am Aschermittwoch stehen wir auf gegen eine Verrohung und Verprollung der politischen Sitten.“ Der Bundesregierung empfahl er: „Bis Ostern Schwafel-Fasten.“


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