Kombination: Seidl: „Hätte nach geilem Sprung gerne Medaille geholt“

Lahti (APA) - Eigentlich war alles angerichtet für eine neuerliche WM-Medaille im ÖSV-Kombinierer-Lager. Doch die tiefen Verhältnisse in der...

Lahti (APA) - Eigentlich war alles angerichtet für eine neuerliche WM-Medaille im ÖSV-Kombinierer-Lager. Doch die tiefen Verhältnisse in der 10-km-Loipe in Lahti sind Halbzeitleader Mario Seidl einfach nicht so gelegen. Allein auf weiter Flur ins Rennen gegangen, waren im Finish zwar er und Wilhelm Denifl in der Fünf-Mann-Spitzengruppe, trotzdem gab es aber keinen Platz auf dem Siegespodest.

„Ich weiß auch nicht genau. Es hat eigentlich alles gepasst, die Ski und das körperliche Befinden auch. Aber ich habe es einfach bei den tiefen Bedingungen nicht geschafft, dass ich allein vorne einen Zug erlaufe“, konstatierte ein schwer enttäuschter Mario Seidl im Ziel. Er hätte einen Helfer gebraucht zum Abwechseln. „Dann wäre sicher viel möglich gewesen. Es ist brutal schade, dass es nicht gereicht hat.“

Der von außen entstandene Eindruck, dass er etwas müde gewirkt habe, war ein falscher: „Ich schaue generell nicht spritzig aus, aber ich probiere einfach ökonomisch zu laufen“, erklärte der 24-jährige Salzburger. Trost in der Tatsache, dass er auch als Vierter neuerlich mitten in der Weltklasse gelandet ist, konnte Seidl vorerst keinen finden. „Ich hätte heute gerne die Medaille geholt, vor allem mit dem geilen Sprung und mit dieser Ausgangsposition. Es war einfach ein bisserl zu wenig in der Loipe.“ Seidl hoffte nun wie alle anderen auf einen weiteren Einsatz im Team-Sprint am Freitag, für den allerdings nur zwei ÖSV-Athleten nominiert werden dürfen.

Willi Denifl, der mit 36 als Fünfter sein bestes WM-Einzel-Ergebnis überhaupt erzielt hat, leistete in der Verfolgergruppe unfreiwillig mehr Führungsarbeit als ihm lieb war, erzählte er. „Eigentlich wollten die anderen nicht. Ich habe das so gemacht wie wir das davor abgesprochen haben, dass ich sie über die Gruppe nicht schnell mache. Es war halt der große Vorteil, dass ich einen guten Ski gehabt habe, bin immer vorbeigefahren, und die anderen wollten einfach nicht“, sagte der Altmeister im ÖSV-Team. Denifl versicherte, dass er erst dann sein Rennen gelaufen sei, als Seidl schon unmittelbar vor den Verfolgern war. „Auf einmal ist es schnell gegangen, in der letzten Runde war es zach.“

Beim Fünften, der wie Seidl zur Medaillenzeremonie für die Top 6 durfte, herrschte die Zufriedenheit vor. „Wenn du so knapp dran bist, möchtest du eine Medaille haben. Aber ich bin zufrieden, sogar in meinem Alter kann man sich noch steigern.“ Bis zur Heim-WM in Seefeld möchte Denifl fix weitermachen, läuft es ihm weiter so prächtig vielleicht sogar länger.

Cheftrainer Christoph Eugen sprach von einem „sehr bitteren“ Ergebnis, hatte aber Einsehen mit dem Lauf der Dinge. „Es ist für den Mario schwer gewesen, weil er allein war. Auch in den Abfahrten ist man zu viert, zu fünft im Windschatten schneller, somit war er allein auf weiter Flur. Er hat es gut gemacht, sein Sprung war sensationell“, sagte der Steirer. Die weichen Bedingungen am Mittwoch waren wohl auch ein Hauptgrund für den Ausgang. „Er tut sich schon ein bisserl leichter, wenn es ein bisserl härter ist“, gestand Eugen.

Für ihn gilt es nun, aus seinem starken Team das stärkstmögliche Duo für den Team-Sprint am Freitag herauszufiltern. „Das ist gar nicht so einfach. Es ist extrem wichtig, dass wir auch springerisch dabei sind.“ Zum Vorschlag Gruber/Seidl meinte Eugen nur: „Eine interessante Option“.


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