Mehr Verletzte, aber weniger Tote auf den Straßen

Fünf Tote und 525 Verletzte gab es bei Verkehrsunfällen im Bezirk Kufstein im Jahr 2016. Die Zahl der Alkoholanzeigen ist gesunken.

(Symbolfoto)
© Symbolbild: Böhm

Von Wolfgang Otter

Kufstein –Die starke Präsenz der Polizei auf den Landes- und Gemeindestraßen im Bezirk Kufstein zeigt in zahlreichen Bereichen Wirkung. Aber für Viktor Horvath, den 1. Stellvertreter des Bezirkspolizeikommandanten, werde man auch weiterhin „dranbleiben“. Was die Verkehrsüberwachung anbelange, werde heuer ein Schwerpunkt auf die Einhaltung des Abstands zu anderen Verkehrsteilnehmern gesetzt. Dazu werde man mit technischem Gerät im Bezirk auffahren, wie der Verkehrsreferent des Bezirkskommandos erklärt. Auch auf Telefonieren ohne Freisprechanlage, Rasen und Alkohol am Steuer habe man weiter ein scharfes Auge. Immerhin, so Horvath, sind laut Studien diese drei Faktoren auch Hauptursachen für Unfälle. Und da hat es im Bezirk Steigerungen gegeben: 2016 gab es 1659 Unfälle mit Sachschaden, die von Polizisten aufgenommen wurden, 2015 waren es noch 1477, Verkehrsunfälle mit Verletzten und Toten gab es 457, 2015 389. Wobei 2016 525 Menschen verletzt und fünf getötet wurden, 2015 waren es 484 Verletzte und sieben Tote. „Jeder Tote und Verletzte ist einer zu viel“, kommentiert Horvath die Zahlen. Positiv schlagen sich die strengen Alkoholkontrollen nieder, die Zahl der Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss ist von 40 (2014) auf 31 (2016) gesunken. Dazu führten die Beamten eine wahre Materialschlacht. Immerhin wurden 20.033 Vorkontrollen durchgeführt, diese mündeten in 1121 Alkomatkontrollen, da bei der Vorkontrolle die 0,44 Promille überschritten wurden. Übrig blieben letztlich 385 Anzeigen, „wobei hier auch jene darunter sind, die einen Test verweigert haben“, sagt Horvath. Die Zahl der Anzeigen ist übrigens seit 2013 (491 Anzeigen) rückläufig. Die Zahlen von 2015 sind nur bedingt zum Vergleich anwendbar, da die Kontrolltätigkeit eingeschränkt wurde. „Damals wurden viele Beamte im Bereich der Flüchtlinge eingesetzt“, sagt Horvath.

Ab April werden heuer auch wieder Motorrad- und Mopedfahrer scharf kon­trolliert. Bei Ersteren auch durch grenzüberschreitende Aktionen (Sudelfeld-Thiersee). Zwar ist die Zahl der Motorradunfälle von 55 (2015) auf 39 gesunken, aber die der Mopedunfälle von 54 auf 62 gestiegen. Mopedfahrer müssen auch mit technischen Kontrollen rechnen, im Vorjahr waren 42 Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen worden.

Die Verkehrspolizisten werden heuer auch im Bereich der Cyper-Sicherheit tätig sein. Da sie bereits zur Verkehrserziehung in den Schulen tätig sind, übernehmen sie auch Aufklärungsarbeit darüber.

Verkehrsbericht 2016

Verkehrsunfälle: 1659 Unfälle mit Sachschaden (2015: 1477; 2014: 1574); 457 Unfälle mit 525 Verletzten und fünf Toten (2015: 389, 484, 7; 2014: 411, 533, 5); Unfälle wegen Alkohols: 31 (2015: 34; 2014: 40); Mopedunfälle: 62 (2015: 54; 2014: 58); Motorradunfälle: 39 (2015: 55; 2014: 49). Landesweit gab es 2016 3803 Unfälle mit 4715 Verletzten und 44 Toten (2015: 3774, 4762, 54).

Alkohol am Steuer: Alkoholvortests wurden im Vorjahr 20.033 durchgeführt (2015: 18.675; 2014: 20.844). Anzeigen: 385 (2015: 378; 2014: 435).

Andere Anzeigen bzw. Strafmandate: Wegen Telefonierens ohne Freisprechanlage: 1131 (2015: 1035; 2014: 1235). Gurtpflicht: 1649 (2015: 1959; 2014: 1730). Geschwindigkeitsüberschreitungen: 12.564 (2015: 12.094; 2014: 13.376).

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