Sozialbetrüger zitterte vor Haft

Dass es für einen Unternehmer nicht reicht, ein begnadeter Handwerker zu sein, stellte in den letzten Jahren ein Unterländer fest. Zuletzt b...

(Symbolbild)
© TT/Böhm

Dass es für einen Unternehmer nicht reicht, ein begnadeter Handwerker zu sein, stellte in den letzten Jahren ein Unterländer fest. Zuletzt brachten Arbeiten aus einem Werkvertrag gerade noch etwas über 1000 Euro ein. Um das Haus zu retten und die Familie zu versorgen, eröffnete sich ein Unterländer deshalb ein Zusatzeinkommen in Form von Notstandshilfe. Dafür hatte der 56-Jährige bei seinen Anträgen an das Arbeitsmarktservice (AMS) über sieben Jahre Einkünfte über der Zuverdienstgrenze verschwiegen und die AMS-Formulare sogar so ausgefüllt, dass sie jeweils ganz knapp unter dieser gelegen waren. Gestern am Landesgericht ging es deshalb um schweren gewerbsmäßigen Betrug. Bis fünf Jahre Haft drohten dem Sozialbetrüger. Nur aufgrund Unbescholtenheit und eines späten Zugestehens des Sachverhalts ergingen 15 Monate Haft nochmals bedingt. Zu zahlen sind jedoch 720 Euro Geldstrafe. Richterin Martina Kahn: „Ich glaube Ihnen nicht, dass Sie sich je dabei unschuldig fühlten. Es kam Ihnen vielmehr geradezu darauf an, auf diese Art ein Zusatzeinkommen zu erzielen!“

Lehrling fälschte Zeugnisnoten

Scham über das eigene Scheitern trieb hingegen eine 19-Jährige in eine Straftat. Der Lehrling hatte nämlich per PC-Bildbearbeitungsprogramm bei einem ihrer Zeugnisse die „Fünfer“ in positive Noten geändert, um im Lehrbetrieb nicht dumm dazustehen. Pech: Der Betrieb leitete das gefälschte Zeugnis an den Landesschulrat weiter, um eine Befreiung vom Berufsschulbesuch zu erwirken. Bei der Behörde flog das gefälschte HAK-Zeugnis dann sofort auf. Die Unbescholtene nahm eine Diversion über 370 Euro dankend an. (fell)

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