Leasing-Neugeschäft wuchs 2016 um 8,2 Prozent auf 6,4 Mrd. Euro

Wien (APA) - Die österreichische Leasingbranche hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016 erneut ein kräftiges Lebenszeichen von sich gegeben. ...

Wien (APA) - Die österreichische Leasingbranche hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016 erneut ein kräftiges Lebenszeichen von sich gegeben. Das Leasing-Neugeschäft zog um 8,2 Prozent auf 6,4 Mrd. Euro an. Der Bestand an Leasingverträgen wuchs um 5,1 Prozent und übertraf erstmals die Grenze von 600.000. Die österreichische Leasingquote stieg um 3,3 auf 38,6 Prozent. Bei den Unternehmen lag sie bei 51,1 Prozent.

Wachstumsmotor war einmal mehr das Kfz-Leasing, das seinen Anteil am Neugeschäft auf 73 Prozent ausweiten konnte. Das Mobilienleasing kam auf 21,8 Prozent und das Immobilienleasing schrumpfte auf 5,2 Prozent.

„Wir sind am Puls der Zeit“, sagte der Präsident des Verbandes Österreichischer Leasing-Gesellschaften (VÖL), Michael Steiner, am Freitag in Wien vor Journalisten.

Im laufenden Jahr will die Leasingbranche die Schwerpunkte auf die Bereiche Digitalisierung und E-Mobilität legen. Ausdrücklich begrüßt wurde heute das Aktionspaket der Regierung zur Förderung der E-Mobilität.

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Auch 2016 blieb die Hauptsparte Kfz-Leasing der Wachstumstreiber. Mit 4,66 Mrd. Euro Neugeschäftsvolumen konnte ein All-Time-High erzielt werden. Der Zuwachs betrug 17,1 Prozent, die Zahl der Verträge stieg um 12,8 Prozent auf 186.900. Der Anstieg war höher als bei den Kfz-Neuzulassungen, betonte VÖL-Vize Alexander Nekolar. Bereits jedes zweite betrieblich genutzte Fahrzeug werde geleast. Das größte Wachstum gab es mit 19 Prozent beim Pkw-Leasing. 52 Prozent der Kfz-Leasingverträge entfallen auf Unternehmen, 46 Prozent auf Private und 2 Prozent auf die Öffentliche Hand. Die durchschnittliche Vertragssumme lag bei 24.932 Euro.

Das fünfte Jahr in Folge ist im Vorjahr das Mobilien-Leasing gewachsen. Das Neugeschäftsvolumen erhöhte sich um 11,7 Prozent auf 1,4 Mrd. Euro. Die Anzahl der Verträge stieg um 2,3 Prozent auf 18.868. Das größte Wachstum schaffte der Bereich „Luft-, Schienen- und Wasserfahrzeuge“ mit 51,4 Prozent auf 271 Mio. Euro sowie „Sonstige Geräte“ mit plus 41,7 Prozent auf 436 Mio. Euro. Das Neugeschäftsvolumen im Bereich „Maschinen & Industrieanlagen“ ging dagegen um 9,7 Prozent auf 463 Mio. Euro zurück.

Einen Einbruch erlitt das Neugeschäft im Immobilien-Bereich, das sich um 50,8 Prozent auf 335 Mio. Euro mehr als halbierte. Die Anzahl der Verträge ging dagegen nur um 2,6 Prozent auf 112 zurück. Ausschlaggebend für den Einbruch waren einige Großprojekte, die nicht abgeschlossen werden konnten, sagte VÖL-Vize Klaus Klampfl. Im öffentlichen Bereich seien wegen Verschärfungen weniger Aufträge abgeschlossen worden. Klampfl forderte steuerliche Anreize, um das Immobilienleasing wieder attraktiver zu machen.

Deutlich angestiegen ist 2016 auch das Fuhrparkmanagement. Es erreichte ein Rekordvolumen von 839 Mio. Euro, ein Anstieg um 21 Prozent. Die Zahl der Neuverträge erhöhte sich um 13,6 Prozent auf 33.751. Erstmals überstieg die Zahl aller Verträge die 100.000-Marke. Immer mehr gefragt sind Fullservice-Verträge.

Europaweit ist Leasing laut der beim Pressegespräch vorgelegten Zahlen der EU-Kommission die zweitwichtigste Finanzierungsform für Klein- und Mittelbetriebe. 23,4 Prozent haben demnach von April bis September 2016 eine Leasingfinanzierung abgeschlossen. In Österreich, Deutschland, Polen, Schweden, Finnland und Estland lag dieser Wert bei über 30 Prozent. Südeuropäische Länder haben den geringsten Anteil. Man wolle künftig den KMU auch alle EU-Förderprogramme zur Verfügung stellen können, so der Verband.


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