Brutale Gewalt auf der Innsbrucker Rotlichtmeile

Der Südring war am Samstag Schauplatz einer Attacke mit einem Golfschläger. Und ein angezeigter Vergewaltigungsversuch gibt Rätsel auf.

Mehrere Polizeistreifen rückten zum Innsbrucker Südring an, als der 46-jährige Afghane im März mit einem Golfschläger attackiert wurde.
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Von Reinhard Fellner

Innsbruck – Trotz der unermüdlichen Anstrengungen durch das Innsbrucker Stadtpolizeikommando nimmt die Rotlichtszene die Landeshauptstadt weiter in Geiselhaft. Dabei scheint auch der angestammte Innsbrucker Südring für das Milieu wieder attraktiver zu werden, nachdem sich Straßenstrich und Prostitutionsausübung in letzter Zeit eher in Richtung westlicher Stadtteile verlagert hatten.

So kam es am Samstagabend gegen 22.45 Uhr am Südring innerhalb von zehn Minuten völlig unabhängig voneinander zu gleich massiven Vorfällen.

Auf diesem Parkplatz soll der Vergewaltigungsversuch passiert sein.
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Den Anfang machte laut Polizei im Bereich einer Kreuzung zur Roseggerstraße die mutmaßliche versuchte Vergewaltigung durch einen erst 15-jährigen Afghanen. Dieser soll bei einem Garagenblock eine 25-jährige Liebesdienerin aus Bulgarien massiv sexuell bedrängt haben. So massiv, dass zwei Passanten auf die verzweifelten Schreie aufmerksam geworden waren und der Frau zu Hilfe kamen. Beide „stoppten“ den Jugendlichen darauf laut Polizei bei seiner „Handlung“. Wenig später konnte der Bursche von Beamten der Polizeiinspektion Pradl festgenommen werden. Gestern folgten stundenlange Einvernahmen.

Der Jugendliche bestreitet die Tat, er wurde auf freien Fuß gesetzt. Die Polizei stellte nämlich mehrere Ungereimtheiten fest. Der Afghane soll der Frau einen Faustschlag ins Gesicht versetzt haben, die Prostituierte entfernte sich jedoch noch vor Abschluss der Untersuchung aus der Klink. Weshalb keine allenfalls entstandenen Verletzungen diagnostiziert werden konnten. Die Frau ist derzeit nicht auffindbar.

Stundenlang wurden auch zwei nunmehr inhaftierte Bulgaren (35, 33) und eine 20-jährige bulgarische Prostituiert­e einvernommen. Das Trio hatte kurz vor 23 Uhr die belebte Innsbrucker Grassmayrkreuzung in ein blaues Lichtermeer verwandelt. Der Grund für die Ansammlung von Einsatzfahrzeugen auf allen beiden Fahrspuren war allerdings eine massive Gewalttat an einem 46-jährigen Afghanen.

Nach der Tat am Südring bei der Grassmayr-Kreuzung gab es eine Verhaftung.
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Laut ersten Ermittlungserkenntnissen und Einvernahmen des Trios durch das Landeskriminalamt war es wohl zwischen der Prostituierten und dem späteren Opfer zu einer heftigen Auseinandersetzung gekommen. Darauf soll der 35-jährige Bulgare einen Golfschläger geholt und damit auf den Kopf des Afghanen eingeschlagen haben. Im Zuge der sofort eingeleiteten Alarmfahndung konnten dann neben dem Hauptverdächtigen auch noch dessen 33-jähriger Landsmann und die 20-Jährige festgenommen werden.

Der Afghane konnte zu dem Vorfall bis gestern Abend nichts aussagen. Das Gewalt­opfer erlitt durch die Golfschlägerhiebe auf seinen Kopf schwere Verletzungen. Mit einem akuten Schädel-Hirn-Trauma soll der 46-Jährige in die Klinik eingeliefert worden sein – und ist seither nicht vernehmungsfähig. Weitere Erkenntnisse zur Tat soll es laut Polizei heute geben. Der anfängliche Verdacht des Mordversuchs dürfte sich indes zerschlagen haben. Es wird wegen schwerer Körperverletzung ermittelt.


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