An Kreuzung die Pistole gezogen

Aggressionsausbrüche häufen sich. Samstag drohte ein Autolenker mit seiner Waffe. Und ein Skifahrer ließ seine Skistöcke sprechen.

(Symbolfoto)
© dpa

Innsbruck –Aggressionsdelikte auf Straßen und Pisten scheinen sich derzeit zu häufen. Immer öfter kommt es zu haarsträubenden Vorfällen. Am Samstag dürften dazu wohl gleich mehrere Leute auch den Föhn gespürt haben.

So war ein Streit zwischen zwei Autofahrern am Abend gegen 19.35 Uhr auf der Innsbrucker Egger-Lienz-Straße richtiggehend eskaliert: Laut Polizei ging es wohl um unterschiedliche Ansichten zum Thema korrekte Fahrweise, die einen 22-Jährigen aus dem Bezirk Innsbruck-Land und einen 64-jährigen Innsbrucker aneinandergeraten ließen.

Als die beiden Autofahrer darauf an einer Kreuzung stehen bleiben mussten, zückte der Jüngere plötzlich eine Pistole und bedrohte den Kontrahenten. Dann raste er davon. Beamte der Polizeiinspektion Innere Stadt konnten den jungen Mann wenig später allerdings aufhalten. Wie sich herausstellte, führte er tatsächlich eine Faustfeuerwaffe mit sich – es handelte sich jedoch um eine täuschend echt aussehende Schreckschusspistole. Außerdem hatte der ungestüme 22-Jährige noch fünf Knallpatronen im Auto. Der junge Mann wurde vorläufig festgenommen und später auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wegen gefährlicher Drohung auf freiem Fuß angezeigt.

Erst vor wenigen Tagen hatte ein ähnlicher Vorfall in ganz Tirol für Kopfschütteln gesorgt. Auch hier war eine Lappalie im Straßenverkehr Auslöser eines Aggressionsausbruchs. So hatte im Februar ein BMW-Lenker aus Wien völlig die Nerven verloren, weil ihm ein vorausfahrender Pkw offenbar zu langsam unterwegs war. Immer wieder hatte der Wiener vorab auf der Zirler Meilstraße (Tiroler Straße) aufgeblendet, da der Pkw vor ihm mit 40 bzw. 50 km/h unterwegs war. Beim Autobahnzubringer Zirl Ost überholte der Unbekannte schließlich den Einheimischen, bremste und zwang den 56-Jährigen so ebenfalls zum Abbremsen. Dann sprang der Wiener aus dem Wagen und schlug mit den Fäusten die Seitenscheibe ein, bevor sie der 56-Jährige noch öffnen konnte. Anschließend brauste der schwarze BMW davon.

Bereits am Samstagvormittag prallten hingegen beim Skifahren in der „Skiwelt Wilder Kaiser“ ein fünfjähriges Mädchen aus Tschechien und ein 42-jähriger Urlauber aus Deutschland zusammen. Dabei erlitt das Mädchen einen Bruch des Unterarms sowie Prellungen im Bereich des Oberschenkels. Offenbar zu viel für die Nerven des Vaters der Fünfjährigen. Unmittelbar nach dem Unfall begann der 46-Jährige nämlich mit seinen Skistöcken auf den Deutschen einzuschlagen. Unbeteiligte Skifahrer kamen dem 42-Jährigen zu Hilfe.

Doch damit nicht genug: Es folgte ein Raufhandel zwischen den helfenden Skifahrern und dem tobenden Tschechen. Die Situation konnte erst durch die Pistenrettung beruhigt werden. Der Deutsche erlitt durch den Angriff Verletzungen an Hand und Schulter. Das verletzte Mädchen wurde nach der Erstversorgung durch die Pistenrettung in das Bezirkskrankenhaus Kufstein gebracht. (fell)


Schlagworte