Zwei Lawinenabgänge in Axams und Steinach enden glimpflich

Ein Skifahrer konnte sich mit Hilfe seiner Freunde selbst aus einer Lawine im Skigebiete der Axamer Lizum befreien. Bei einer zweiten Lawine wurde trotz intensiver Suche niemand gefunden.

Symbolfoto.
© Jan Hetfleisch

Axams, Steinach am Brenner – Ein 27-jähriger Mann war zusammen mit einer fünfköpfigen Gruppe von befreundeten Skifahrern am Sonntag zum Skifahren in der Axamer Lizum.

Es handelte sich um keine geführte Tour, die Skifahrer waren untereinander bekannt bzw. befreundet, alle waren neben der Skiausrüstung auch mit Lawinenausrüstung und Lawinenairbagrucksäcken ausgerüstet.

Gegen 13 Uhr fuhr die Gruppe mit dem 2er-Sessellift Pleisen zur Bergstation. Dort fuhren sie zuerst auf der roten Piste Nr. 7 ab, verließen dann aber den gesicherten Skiraum und folgten zuerst der Skiroute 19 „Axamer Abfahrt“. Kurz vor dem Gipfel des Axamer Kögele auf rund 2200 Meter wollte die Gruppe über die Ostflanke in Richtung Axamer Tal und dann zurück ins Skigebiet fahren.

Der 27-Jährige fuhr als Erster der Gruppe in den Hang ein. Bereits nach einigen Metern Fahrt löste er eine Schneebrettlawine aus, welche ihn etwa 200 Höhenmeter weit mitriss. Das Schneebrett hatte an der Anrisskante eine Mächtigkeit von etwa 80 Zentimeter bis einem Meter.

Der Mann hatte Glück im Unglück und wurde nur teilweise verschüttet, sein Oberkörper blieb über der Schneedecke und er begann sofort damit sich selbst frei zu graben. Die restliche Gruppe fuhr zu ihm ab, leistete Erste Hilfe und alarmierte die Rettungsleitstelle.

Zwei Alpinpolizisten der Alpinen Einsatzgruppe des Bezirkspolizeikommandos Innsbruck Land begaben sich unverzüglich zum Unfallort und trafen zeitgleich mit der Bergrettung Axams beim Verletzten ein.

Nach einer kurzen Wartephase aufgrund des Nebels konnte der Verletzte vom Notarzthubschrauber mittels Taubergung geborgen und in das Landeskrankenhaus Hall geflogen werden.

Lawinenabgang im Gemeindegebiet von Steinach

Einen weiteren Lawinenabgang meldete ein Zeuge meldete am Sonntagnachmittag beim Personal der Bergbahnen Bergeralm in Steinach am Brenner. Er habe gesehen habe, wie drei Skifahrer im freien Skiraum abgefahren seien. Bei erneutem Hinsehen habe er dann lediglich den Anriss der Lawinenkante gesehen, wobei unbekannt ist, ob das Schneebrett beim Befahren der drei Wintersportler oder nachdem Verlassen dieser Stelle ausgelöst wurde. Aufgrund dieser Meldung verständigte das Liftpersonal die Leitstelle Tirol, welche einen planmäßigen Lawineneinsatz einleitete.

Bei der gegenständlichen Lawine wurde auf einer Höhe von rund 2000 Meter eine Anrisskante von zirka 50 Meter Breite und einer Höhe zwischen 30 Zentimeter und einem Meter festgestellt. Insgesamt wies das Schneebrett eine Länge von etwa 150 Meter auf.

Am Einsatz waren 60 Bergretter der Bergrettungen Steinach, Gries am Brenner und Fulpmes, fünf Lawinenhundeführer, drei Alpinpolizisten sowie drei Hubschrauber im Einsatz.

Nachdem der Lawinenkegel gänzlich sondiert wurde und durch die Lawinenhunde kein Aufspüren angezeigt wurde, wurde der Sucheinsatz vom Einsatzleiter der Bergrettung um 17.15 Uhr beendet. (TT.com)


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