Angath: Viele Bedingungen für Ja zum Hochwasserschutz
Die Gemeindeführung von Angath bangt um die Innbrücke bei einem 100-jährlichen Inn-Hochwasser und fordert Maßnahmen.
Von Wolfgang Otter
Angath –Das Hochwasserschutzprojekt am Inn findet in Angath wenig Begeisterung. Dabei geht es nicht nur um die benötigte Grundfläche für die Retentionsflächen im Ort, die aber ebenfalls kritisch gesehen werden. Bürgermeister Josef Haaser kann über viele andere Unstimmigkeiten im so genannten „Generellen Projekt“ berichten. Dieses wurde von den Landesfachleuten den acht für den Wasserverband Unteres Unterinntal vorgesehenen Gemeinden vorgelegt – Brixlegg, Rattenberg, Kramsach, Radfeld, Kundl, Breitenbach, Wörgl und Angath.
„Der gesamte Bereich Aichat und Giglmair wird derzeit nicht berücksichtigt. Im Falle eines HQ100 (Anm.: 100-jährliches Hochwasser) würde der gesamte Bereich Aichat und Giglmair wieder überflutet“, erklärt Haaser und erinnert an das Inn-Hochwasser 2005. Betroffen wären eine Fläche von rund 35 Hektar und rund 22 Gebäude, die sich auf Angather Gebiet befinden, sowie Gebäude und Flächen der Gemeinde Kirchbichl. „Es werden Maßnahmen zum Schutz der gesamten Angather Flächen gefordert und dazu wird es notwendig sein, die Brixentaler Ache bis zur Eisenbahnbrücke in die Projektplanung aufzunehmen“, verlangt Haaser. „Im Projekt sind außerdem keinerlei Maßnahmen für unsere Innbrücke geplant“, zählt der Angather Ortschef weiter auf. Aus der Erfahrung vom Hochwasser 2005 könne man aber ableiten, dass „diese kein 100-jährliches Hochwasser mit 2460 Kubikmetern pro Sekunde übersteht“, sagt Haaser. Daher müsste im Überflutungsfall eine sichere Verbindung Richtung Langkampfen vorgesehen werden, „da die Innbrücke dann nicht mehr genutzt werden kann“, ist Haaser überzeugt.
Aber auch die Dämme und der Grundverbrauch sind den Angather Gemeindemandataren viel zu hoch. Der Grundverbrauch ist einer der Gründe, warum wie in anderen Gemeinden die Landwirte dagegen sind. „Die Innfelder von Angath, die als Retentionsfläche vorgesehen sind, stellen für unsere Bauern die Lebensgrundlage dar“, sagt Haaser.