Milchverarbeiter Hochdorf steigerte 2016 Gewinn um knapp die Hälfte

Hochdorf (APA/sda) - Der Schweizer Milchverarbeiter Hochdorf hat im Geschäftsjahr 2016 deutlich mehr verdient. Der Reingewinn erhöhte sich u...

Hochdorf (APA/sda) - Der Schweizer Milchverarbeiter Hochdorf hat im Geschäftsjahr 2016 deutlich mehr verdient. Der Reingewinn erhöhte sich um 49,0 Prozent auf rekordhohe 19,4 Mio. Franken (18,1 Mio. Euro). Zum positiven Resultat trug vor allem das Schweizer Geschäft bei.

Die ausländischen Werke hätten den raueren Wind des internationalen Milchmarkts zu spüren bekommen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Der Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte um 11,5 Prozent auf 22,5 Mio. Franken zu.

Die guten Ertragszahlen aber wären ohne die 2014 eingeleiteten organisatorischen und strukturellen Anpassungen nicht erzielbar gewesen, heißt es in der Mitteilung weiter. Der damals gewählte Weg mit dem Fokus auf die drei Geschäftsbereiche, mit teilweise eigener Logistik vor Ort in Sulgen, mit der Anpassung des Produktsortiments und mit verschiedenen weiteren Maßnahmen erweise sich als richtig.

Im Vergleich zum Vorjahr arbeitete Hochdorf deutlich profitabler. Vom Umsatz blieben 4,1 Prozent als EBIT übrig, 2015 waren es noch 3,7 Prozent. Damit erreichte das Unternehmen das selbstgesteckte Ziel. Insgesamt verarbeitete das Unternehmen 741.769 Tonnen Milch, Rahm, Molke und Milchpermeat - um 2,6 Prozent weniger als im Vorjahr.

Ein Hinweis darauf, dass Hochdorf vermehrt teurere Produkte absetzen konnte, findet sich im Vergleich von Umsatz und verkaufter Menge. Die verkaufte Menge sank zwar um 2,6 Prozent. Der Umsatz blieb jedoch stabil bei 551,5 Mio. Franken. Das ist laut Hochdorf vor allem höheren Umsätzen mit Babynahrung zu verdanken.

So konnte Hochdorf im Geschäftsbereich Baby Care den Brutto-Verkaufserlös um 11,8 Prozent auf 123,4 Mio. Franken erhöhen. Allerdings bremsen derzeit noch Kapazitätsengpässe das wachstumsstarke Baby-Care-Geschäftsfeld aus. Ab spätestens dem zweiten Quartal 2018 würden zusätzliche Produktionskapazitäten zur Verfügung stehen, kündigte Hochdorf an.

Im Geschäftsbereich Dairy Ingredients, das das Geschäft mit Pulverprodukten aus Milch und Molke beinhaltet, sank der Brutto-Verkaufserlös um 3,2 Prozent auf 401,9 Mio. Franken. Im Bereich Cereals & Ingredients mit Weizenkeimprodukten sowie Instant-Dessertprodukten wuchs dieser um 3,2 Prozent auf 25,7 Mio. Franken.

Im laufenden Jahr wird es beim Milchpulver- und Babynahrungshersteller zu zwei Abgängen im Verwaltungsrat kommen. Auf die Generalversammlung vom 5. Mai hin treten Präsident Josef Leu und Verwaltungsrätin Meike Bütikofer zurück. Leu war während 14 Jahren Mitglied im Verwaltungsrat, seit 2014 amtete er als Präsident.

Somit wird der Verwaltungsrat - wie bereits im vergangenen Jahr angekündigt - wieder auf sieben Personen reduziert. Für das Verwaltungsratspräsidium wird Daniel Suter zur Wahl vorgeschlagen. Der Verwaltungsrat beantragt zudem, die Dividende von 3,7 auf 3,8 Franken zu erhöhen. Damit werde eine Dividendenrendite von 1,23 Prozent per Ende 2016 erreicht.

Für das laufende Geschäftsjahr zeigt sich Hochdorf relativ optimistisch. Die Integration der letztes Jahr übernommenen Pharmalys-Gesellschaften beeinflusste das Ergebnis deutlich, heißt es. Zudem hätten sich die internationalen Milchmärkte in den letzten Monaten erholt.

Entsprechend erwartet das Unternehmen mit einer etwa gleichbleibenden Milchmenge bei leicht höheren Preisen einen Brutto-Verkaufserlös im Bereich von 635 bis 670 Mio. Franken sowie eine EBIT-Marge von 6,1 bis 6,6 Prozent.