UN-Experten wollen Internationales Tribunal für Nordkoreas Verbrechen
Pjöngjang (APA/dpa) - Die zahlreichen Menschenrechtsverletzungen in Nordkorea sollten laut Ansicht von UN-Experten vor ein Internationales T...
Pjöngjang (APA/dpa) - Die zahlreichen Menschenrechtsverletzungen in Nordkorea sollten laut Ansicht von UN-Experten vor ein Internationales Tribunal gebracht werden. „Die Opfer sehnen sich seit langem nach der Wahrheit und Gerechtigkeit“, sagte eine UN-Expertin am Montag vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf.
Ermittlungen haben seit 2014 systematische Grausamkeiten ans Licht gebracht. Unter anderem sind Versklavungen, Massenverhaftungen, Entführungen und Tötungen festgestellt worden. Der UN-Sicherheitsrat hat bisher aber keine strafrechtlichen Schritte eingeleitet.
Die Grundlage für künftige Prozesse müsse jetzt gelegt werden, hieß es. In Zeiten steigender Spannungen im Nordosten Asiens dürften die Menschenrechte nicht vergessen werden.
Im Gegensatz zum UN-Sicherheitsrat in New York kann der Menschenrechtsrat keine Straftaten vor den Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag bringen. Doch selbst wenn es soweit kommen sollte, wäre das Gericht mit der großen Anzahl nordkoreanischer Verdächtigen überfordert, meinten die UN-Experten. Die Mitgliedsländer sollten deshalb in Betracht ziehen, ein ergänzendes Tribunal einzusetzen. Dies solle unter anderem als „Abschreckung für künftige Straftaten“ dienen.