Tödliches Busunglück bei Erfurt - Zeugen: Kind nicht angeschnallt

Weimar (APA/dpa) - Ein Bub, der bei einem Busunglück auf einer Autobahn bei Erfurt im Jahr 2015 ums Leben gekommen ist, war nach Aussage ein...

Weimar (APA/dpa) - Ein Bub, der bei einem Busunglück auf einer Autobahn bei Erfurt im Jahr 2015 ums Leben gekommen ist, war nach Aussage eines Polizisten nicht angeschnallt gewesen. Das hätten ihm die Eltern gesagt, sagte ein ermittelnder Beamter am Montag als Zeuge beim Schöffengericht in Weimar. In dem Prozess steht ein Fahrer aus Niederösterreich wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung vor Gericht.

Der Vierjährige sei auf zwei Sitzen rückwärts zur Fahrtrichtung gelegen, als der Bus am 30. Oktober 2015 auf der Autobahn eine Böschung hinauffuhr und umkippte. Der Lenker soll mit überhöhter Geschwindigkeit einen Laster überholt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm fahrlässige Tötung und Körperverletzung vor. Der Vierjährige starb, alle anderen der mehr als 60 Menschen im Bus überlebten verletzt. Die Schüler aus Sachsen waren beim Unfall auf der A4 auf dem Rückweg von einer Sprachreise aus England.

Nach Angaben des Polizisten vor Gericht sollte das getötete Kind einer Lehrerin damals laut Sitzplan eigentlich in Fahrtrichtung am Fenster sitzen. Der Fahrer hatte am ersten Prozesstag ausgesagt, sich an den Unfall selbst nicht erinnern zu können. Nach Angaben eines Mechatronikers, der die Steuergeräte im Fahrzeug nach dem Unfall mit einem Sachverständigen auswertete, hat das Fahrzeug keine Fehler als Unfallursache aufgewiesen.