Burgenlands SPÖ-Gemeindevertreter fordern Maßnahmen gegen Ärztemangel

Eisenstadt (APA) - Der Sozialdemokratische Gemeindevertreterverband (GVV) Burgenland wünscht sich Maßnahmen gegen den Ärztemangel im ländlic...

Eisenstadt (APA) - Der Sozialdemokratische Gemeindevertreterverband (GVV) Burgenland wünscht sich Maßnahmen gegen den Ärztemangel im ländlichen Raum. Um diesem gegenzusteuern, müssten mehr Ärzte ausgebildet und diese auch in Österreich gehalten werden, verlangte der Präsident des GVV, Erich Trummer. Außerdem sollte die Ausbildung der Allgemeinmediziner attraktiver gestaltet und Gruppenpraxen erleichtert werden.

Der Ärztemangel im ländlichen Raum verschärfe sich immer mehr, so Trummer am Dienstag in Eisenstadt vor Journalisten. Kassenstellen seien nach der Ausschreibung manchmal monatelang vakant. Bis 2025 würden rund 60 Prozent der Allgemeinmediziner mit Kassenvertrag in Pension gehen.

Es müsse gewährleistet sein, dass eine gute Gesundheitsversorgung, unabhängig von Einkommen und dem Wohnsitz, in allen Landesteilen möglich sei. Bei der Ausbildung gebe es „schlechte Bedingungen“ für Turnusärzte. Ihnen würden in Österreich im Vergleich zu anderen Staaten vergleichsweise wenig Kompetenzen eingeräumt. Dadurch würden viele ins Ausland wechseln, „weil sie dort viel mehr machen dürfen“, meinte Trummer.

Etwa 20 Prozent der Jungärzte würden ins Ausland abwandern. Hier sei es wichtig, einzufordern, „dass man nach einem entsprechenden Studium auch in Österreich hier weiter Dienst versieht für eine gewisse Zeit“, sagte der Präsident des GVV.

Zudem gebe es ein „antiquiertes Planstellensystem“, was dazu führe, dass man im ländlichen Raum oft keinen Praktischen Arzt mehr mit einem Kassenvertrag finde. Abhilfe schaffen könne man durch mehr Eigenständigkeit der Praktischen Ärzte, bessere Bezahlung und bessere Ausbildungsmöglichkeiten sowie durch das Erleichtern von Gruppenpraxen. Der Vorstand des GVV hat einen Forderungskatalog an das Gesundheits- und Wissenschaftsministerium gerichtet mit dem Wunsch, sich mit der Ärztekammer und den Sozialversicherungen an einen Tisch zu setzen und Lösungen zu finden, berichtete Trummer.

Gesundheitslandesrat Norbert Darabos (SPÖ) erneuerte im Vorfeld der in Innsbruck stattfindenden Gesundheitsreferentenkonferenz die Forderung nach einer Abschaffung der Studienplatzbeschränkung. Mit den strengen Zugangsregelungen produziere Österreich einen „künstlichen Ärztemangel“. Bei der Konferenz am Donnerstag wolle er den gemeinsamen Vorschlag des Burgenlandes und Kärntens mit den anderen Bundesländern eingehend diskutieren und hoffe auf positive Signale, so Darabos in einer Aussendung.

Die rot-blaue Landesregierung habe dem drohenden Ärztemangel im Burgenland weiterhin nichts entgegenzusetzen, stellte ÖVP-Gesundheitssprecher LAbg. Georg Rosner fest. Rosner verwies auf die ÖVP-Forderung, das Land solle pro Jahr 20 Stipendien an Jungärzte vergeben. „An diese Stipendien wäre dann die Verpflichtung verknüpft, im Burgenland fünf oder mehr Jahre als Arzt zu arbeiten“, erläuterte Rosner.

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