Wörgler Walkfirma schlittert in die Pleite
Die Tiroler Strick und Walk Gmbh (früher Stapf) ist insolvent. 22 Mitarbeiter müssen um ihre Jobs bangen.
Innsbruck –Die Tiroler Strick und Walk Gmbh, ehemals Stapf, ist am Dienstag mit 22 Mitarbeitern und mindestens 3 Mio. Euro Schulden in die Pleite geschlittert. Als Grund gaben die Eigentümer laut den Kreditschutzverbänden KSV 1870 und AKV einen Lieferverzug eines Zulieferers an, der die Auslieferung der Herbst- und Winterkollektion verzögert habe. Daraufhin sei es zu einem Vertrauensverlust bei Kunden gekommen und die Bestellungen der nächsten Kollektion gingen zurück. Der folgende Rückgang beim Umsatz habe zur Zahlungsunfähigkeit geführt, weshalb die Firma gestern selbst den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellte.
Das Unternehmen hatte erst Anfang 2015 den Besitzer gewechselt. Der langjährige frühere Besitzer und Geschäftsführer Roland Ponholzer hatte den Betrieb mit damals 13 Mitarbeitern an ein Wörgler Investoren-Trio um den Manager Herbert Pohl verkauft. Im Jahr zuvor machte das Unternehmen einen Umsatz von 1,2 Mio. Euro und schrieb laut damaligen Angaben auch Gewinne. Zu späteren Umsätzen und Ergebnissen geben die Bilanzen keine Auskunft. Im Vorjahr war das Eigenkapital allerdings dann mit knapp einer Million Euro negativ, nachdem es bereits im Jahr davor mit rund 190.000 Euro im roten Bereich gelegen war.
Erst im Jänner 2017 wurde übrigens der Geschäftsführer ausgetauscht: Herbert Pohl legte diese Funktion zurück und übergab die Leitung an Nachfolger Herbert Prosch.
Die neuen Eigentümer wollten mit der Firma und ihren Marken Stapf und Wesenjak im Bereich hochwertiger Strick- und Walkwaren eigentlich kräftig wachsen. Laut KSV 1870 wurde in den vergangenen Jahren auch beträchtlich investiert. Letztlich sei die Kosten-Erlös-Struktur in der Firma aber nicht mehr stimmig gewesen, hieß es. Ob das Unternehmen fortgeführt werden kann, werde sich erst zeigen, erklärte der KSV. „Klar ist, dass die von dieser Insolvenz betroffenen Dienstnehmer unsicheren Zeiten entgegensehen“, hieß es.
Die 1962 gegründete Vorgängerfirma Richard Stapf hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Ex-Eigner Roland Ponholzer war 1996 als Sanierer zum Betrieb gestoßen. 2002 schlitterte die Firma in die Insolvenz. Ein Großbrand vernichtete damals große Teile der Ware. Danach startete Ponholzer eine zweite Sanierung. Vor zwei Jahren erfolgte dann der Verkauf. (wer)
*Anmerkung: Herbert Pohl weist darauf hin, dass er bereits im Oktober 2016 (nicht Jänner 2017) die Geschäftsführeragenden intern zurückgelegt und im Wesentlichen nur noch den zum Betrieb gehörigen Shop in Wörgl geleitet hat.