Anstiftung zum Mord 2 - Opfer von „Unschuld meiner Frau überzeugt“

Wels (APA) - Nach der Mittagspause trat im Landesgericht Wels zuerst das Opfer in den Zeugenstand. Mit lauter, klarer Stimme sagte er zu den...

Wels (APA) - Nach der Mittagspause trat im Landesgericht Wels zuerst das Opfer in den Zeugenstand. Mit lauter, klarer Stimme sagte er zu den Geschworenen: „Ich bin von der Unschuld meiner Frau überzeugt.“ Allerdings leugnete er nicht, dass schon vor der Hochzeit mit der Angeklagten 2014 „mysteriöse Sachen passiert sind“. Später habe er sogar Angst gehabt, vergiftet zu werden.

Als die Staatsanwältin eine Erklärung dafür wissen wollte, konnte oder wollte er diese nicht geben. Er versicherte nur nochmals, nicht an die Schuld seiner Frau zu glauben.

Der Schläger hingegen belastete die 44-Jährige sehr wohl. Er hatte sie beim Würstelstandl kennen und lieben gelernt. Sie wollten in Neuseeland ein neues Leben beginnen. Doch „der Heinzi gehört weg“, habe sie ihm immer wieder gesagt. Denn der Gatte schlage sie blitzblau. Bis zu 70 SMS will der Lover teilweise täglich von ihr erhalten haben, in denen sie sich immer wieder über ihren gewalttätigen Mann beklagt habe. Dann habe er eben am 2. Februar 2016 zugeschlagen. Schon an der Imbissstube versetzte er ihm eine „Kopfnuss“. In der Nacht suchte er ihn dann mit einem Kumpel daheim auf und prügelte ihn windelweich, schilderte er. Die Angeklagte soll ihm vorher den Hausschlüssel draußen hinterlegt haben.

Alles nicht wahr, verteidigte sich diese. Ihr Liebhaber müsse etwas falsch verstanden haben. Der „Heinzi“ habe sie nicht regelmäßig geschlagen, sondern ihr früherer Ex. Auch habe sie nie den Auftrag erteilt, ihn aus dem Weg zu räumen.