Skeleton/Bob: Weltcup-Finale in Pyeongchang als Olympia-Generalprobe

Pyeongchang (APA) - Das Weltcup-Finale im Bob und Skeleton steigt von Freitag bis Sonntag in Pyeongchang. Der neue, 1.376,38 Meter lange Oly...

Pyeongchang (APA) - Das Weltcup-Finale im Bob und Skeleton steigt von Freitag bis Sonntag in Pyeongchang. Der neue, 1.376,38 Meter lange Olympia-Eiskanal im Alpensia Sliding Centre wird dabei erstmals unter Wettkampfbedingungen befahren. „Jede Erfahrung hier kann in einem Jahr Goldes wert sein“, betonte deshalb Skeleton-Vizeeuropameisterin Janine Flock im Vorfeld der Generalprobe für die Winterspiele im Februar 2018.

Die 27-jährige Tirolerin reiste bereits am 2. März mit einer Nebenhöhlenentzündung nach Ostasien. „Ich bin ziemlich groggy in Südkorea angekommen, und die ersten Läufe auf der Bahn waren tough“, berichtete Flock, dass sie anfänglich gehandicapt war. Mittlerweile ist die Nebenhöhlenentzündung aber abgeklungen und die Dritte der Weltcup-Gesamtwertung - 45 Zähler fehlen ihr auf die führende Weltmeisterin Jacqueline Lölling aus Deutschland - in Schwung gekommen.

„Es ist eine sehr spezielle Anlage mit einem sehr interessanten Charakter. Die Herausforderung ist, dass ich sehr flexibel sein muss, um gewohnte Lenkroutinen zu brechen und neue zuzulassen. Das Erarbeiten jeder neuen Bahn ist eine Herausforderung. Es steckt viel Tüftelei und Ausprobieren dahinter“, erklärte Flock zu den Besonderheiten der Olympia-Bahn mit einem Höhenunterschied von 117 Metern. „Hier werden die Karten neu gemischt. Jede Pilotin fängt bei null an. Es gibt keinen Heimvorteil.“

Schon vor der Abreise nach Südkorea hatte sie sich deshalb Tipps von den Rodlern geholt, die die Anlage bereits getestet haben. „Ich habe nicht am Damenstart begonnen, sondern bin gleich von ganz oben gefahren. Zu Beginn hat es mich ziemlich herumgeworfen, weil ich noch keine Orientierung hatte. Druck, Schwerkraft, Speed und Rhythmus - alles hat sich ungewohnt angefühlt“, erzählte Flock vom ersten Abtasten.

Nach zig Runs, stundenlangen Video-Analysen und unzähligen Feedback-Schleifen mit Coach Michael Grünberger hat sich die Vizeweltmeisterin des Vorjahres mittlerweile eine gute Linie im Olympia-Kanal erarbeitet: „Es steckt viel Teamarbeit dahinter. Michi und ich haben in den vergangenen Tagen viel probiert und getüftelt, um die schnellste Linie zu finden und das bestmögliche Material herauszutesten. Am Freitag wird sich zeigen, wie gut wir gearbeitet haben.“

Im Bob schlägt dann am Samstag (Zweier) und Sonntag (Vierer) die Stunde der Wahrheit. Die österreichischen Hoffnungen ruhen dabei einmal mehr auf den EM-Dritten Benjamin Maier und Christina Hengster. Vor allem die Kurve zwei ist für die Formel 1 des Wintersports in Pyeongchang eine ganz besondere Herausforderung. Die lang gezogene, relativ flach nach hinten geneigte Linkskurve bereitete selbst Olympiasiegerin und Weltcup-Spitzenreiterin Kaillie Humphries anfänglich große Probleme.

„Das ist wirklich eine interessante Bahn, sie macht Spaß - aber Kurve zwei, die ist schwer, da haben wir heute erstmal das Dach getroffen“, bilanzierte die 31-jährige Kanadierin nach dem ersten Trainingstag in einem Twitter-Video. „Nicht allzu schnell, aber technisch sehr anspruchsvoll“, lautete indes das Urteil des Franzosen Loic Costerg.