Europas Leitbörsen zur Eröffnung behauptet erwartet

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Angesichts der bevorstehenden US-Notenbank-Sitzung zum Leitzinsentscheid und den Wahlen in den Niederlande...

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Angesichts der bevorstehenden US-Notenbank-Sitzung zum Leitzinsentscheid und den Wahlen in den Niederlanden dürften die Anleger an den europäischen Leitbörsen am Mittwoch zunächst weiter Vorsicht walten lassen. Der Eurozonen-Leitindex Euro-Stoxx-50 wurde mit plus 0,10 Prozent erwartet.

Der X-Dax als Indikator für den deutschen Leitindex signalisierte vor dem Handelsbeginn ein hauchdünnes Plus von 0,03 Prozent auf 11.992 Punkten. Der FTSE-100 wird kaum bewegt um 0,03 Prozent höher auf 7.360 Zähler nach einem Schlussstand am Vortag bei 7.357,85 Einheiten erwartet.

Die US-Notenbank wird um 19 Uhr mitteleuropäischer Zeit ihre Entscheidung bekanntgeben. Dass die dritte Zinserhöhung nach der Finanzkrise kommt, gilt angesichts der guten Entwicklung der US-Wirtschaft praktisch als sicher. Erwartet wird eine Anhebung um mindestens 0,25 Prozentpunkte. Interessant wird aber vor allem die anschließende Pressekonferenz mit Fed-Chefin Janet Yellen werden. „Im Fokus stehen mögliche Hinweise auf ein grundsätzlich höheres Zinserhöhungstempo“, sagte ein Börsianer. Die Fed hatte erst im Dezember die Zügel weiter angezogen.

Vor diesem Hintergrund dürften im Tagesverlauf auch einige Konjunkturdaten aus den USA wie etwa die Verbraucherpreise und die Einzelhandelsumsätze begutachtet werden. Laut Dirk Gojny von der National-Bank dürften die anstehenden US-Daten der Fed zusätzliche Gründe liefern, einen restriktiveren Kurs einzuschlagen.

Auch in den Niederlanden werden die ersten Prognosen zum Ausgang der Parlamentswahl erst für den Abend nach der Schließung der Wahllokale ab 21 Uhr erwartet. Vor den Wahlen in Frankreich und auch Deutschland schaut Europa vor allem auf das Abschneiden der Partei des Rechtspopulisten Geert Wilders. Es wird befürchtet, dass ein Erfolg für seine Partei anderen anti-europäischen Bewegungen und Parteien in der EU Auftrieb geben könnte.

Auf Unternehmensseite haben die Investoren auch zur Wochenmitte einen großen Zahlenreigen zu verdauen. Vor allem die Zahlen des Versorgers E.ON dürften große Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Der Konzern präsentierte mit 16 Milliarden Euro den höchsten Verlust in der Firmengeschichte und kürzt für 2016 seine Dividende. 2017 soll die Ausschüttung aber wieder steigen und auch der bereinigte Überschuss soll wieder anziehen. Ein Börsianer sagte am Morgen, während das 2016er-Ergebnis besser als befürchtet ausgefallen sei, sei der Ausblick durchwachsen. Die Anleger reagierten aber erleichtert: Vorbörslich stieg die E.ON-Aktie auf der Handelsplattform Tradegate um 1 Prozent gegenüber dem Xetra-Schluss.

Auch der weltgrößte Rückversicherer Munich Re legte seine Zahlen für 2016 vor und stellte die Anleger dabei für das laufende Jahr auf einen weiteren Gewinnrückgang ein. Allerdings könnte ein neues Aktienrückkaufprogramm den Investoren den Dämpfer etwas versüßen. Die Aktien notierten vorbörslich etwas schwächer.

Ebenso fallen Aktien der Telekommunikation in den Blick der Anleger. Denn die Deutsche Telekom darf gemeinsam mit dem französischen Konkurrenten Orange die Firma BuyIn in Belgien als Joint Venture betreiben. Die EU-Kommission grünes Licht.

Außerdem hält die Zara-Mutter Inditex das Wachstumstempo weiter hoch. Nach zuletzt deutlichen Zuwächsen ist der Konzern gut in das laufende Geschäftsjahr gestartet. Der Gewinn legte den Angaben zufolge um zehn Prozent auf 3,2 Mrd. Euro zu.

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