Tennis: Stuttgarter Turnierboss rechtfertigt Wildcard für Scharapowa

Stuttgart (APA/dpa) - Der Chef des Stuttgarter WTA-Turniers hat die Wildcard-Vergabe an die derzeit noch wegen Dopings gesperrte Maria Schar...

Stuttgart (APA/dpa) - Der Chef des Stuttgarter WTA-Turniers hat die Wildcard-Vergabe an die derzeit noch wegen Dopings gesperrte Maria Scharapowa verteidigt. Der russische Tennis-Star habe einen schwerwiegenden Fehler begangen, diesen eingestanden und dafür eine 15 Monate lange Sperre bekommen, sagte Turnierdirektor Markus Günthardt am Mittwoch in Stuttgart.

„Sie hat mitgeholfen, das Turnier zu dem zu machen, was es ist. Aus meiner Sicht sind das Gründe genug, ihr eine Wildcard zuzusprechen.“ Die zweite offene Wildcard werde definitiv eine deutsche Spielerin bekommen. Angelique Kerber, die die Sandplatz-Veranstaltung 2015 und 2016 gewonnen hatte, ist aktuell die einzige Deutsche am Start. Sie hatte die Wildcard für Scharapowa als „ein bisschen merkwürdig“ bezeichnet und sich stattdessen die Vergabe beider Startberechtigungen an deutsche Spielerinnen gewünscht. „Maria war ein wichtiger Faktor für uns in der Vergangenheit und hat diese Wildcard daher verdient“, antwortete Günthardt angesprochen auf Kerbers Äußerung.

Zuletzt wurden in Indian Wells auch mehrere Spieler zu dieser Problematik befragt. Die Dänin Caroline Wozniacki hatte zwar betont, dass jeder eine zweite Chance verdient, aber: „Ich finde, wenn man wegen Doping gesperrt ist, dann sollte man wieder bei Null beginnen und sich seine Rückkehr verdienen.“ Roger Federer äußerte sich da vorsichtiger: „Das ist eine schwere Frage, was soll ich euch sagen? Sie hat den Preis dafür bezahlt, was sie getan hat“, erklärte der Melbourne-Champion. Ob man die Regel überdenken müsse, dass die Wildcardvergabe Turnieren überlassen sei, darüber könne man diskutieren.

Scharapowa hatte die Einnahme von Meldonium eingeräumt und ist noch bis zum 25. April 2017 gesperrt. Einen Tag später wird sie in der ersten Runde in Stuttgart starten - vorher darf sie die Turnieranlage nicht betreten. „Sie wird so lange woanders trainieren können, irgendwo außerhalb“, sagte die Sportliche Leiterin Anke Huber.