EU-Behörde wertete Pflanzengift Glyphosat als nicht krebserregend

EU-weit (APA/Reuters) - Im Streit über die Wiederzulassung des umstrittenen Pflanzengifts Glyphosat in der Europäischen Union ist eine Voren...

EU-weit (APA/Reuters) - Im Streit über die Wiederzulassung des umstrittenen Pflanzengifts Glyphosat in der Europäischen Union ist eine Vorentscheidung gefallen. Die Europäische Chemikalienagentur Echa in Helsinki stufte am Mittwoch die massenhaft als Unkrautvernichtungsmittel eingesetzte Chemikalie als nicht krebserregend ein.

Der amerikanische Monsanto-Konzern setzt das Mittel unter dem Markennamen Roundup ein und hat damit Milliardenumsätze gemacht. In der Agrarindustrie wird das Mittel als entscheidend für eine Ertragssteigerung bewertet.

Die EU-Zulassung für Glyphosat war eigentlich am 30. Juni 2016 ausgelaufen. Die EU-Kommission hatte damals die Genehmigung um eineinhalb Jahre verlängert, obwohl der Einsatz unter den Mitgliedsstaaten umstritten ist, da die Chemikalie unter anderem als krebserregend galt. In dieser Zeit sollte untersucht werden, ob Glyphosat Krebserkrankungen auslösen kann. Die Ergebnisse der Studie liegen nun vor. Der Vorsitzende der Abteilung für Risikobewertung der Echa, Tim Bowmer, erklärte, die Unbedenklichkeit von Glyphosat für die menschliche Gesundheit ergebe sich aus human- und tiermedizinischen Studien. Unstrittig sind massive negative Einflüsse der Chemikalie auf die Artenvielfalt.

Bisher konnten die EU-Staaten keine Einigung darüber erzielen, ob das Herbizid weiter eingesetzt werden darf. In dem entscheidenden Gremium stimmten von den 28 Mitgliedsländern 19 für eine weitere Zulassung, sieben enthielten sich, darunter Österreich. Frankreich und Malta waren dagegen.