Mercer - Betriebliche Vorsorge in Österreich 2016 mit guten Erträgen

Wien (APA) - Die Pensions- und Vorsorgekassen in Österreich haben nach Einschätzung des Beratungsunternehmens Mercer im Vorjahr gute Erträge...

Wien (APA) - Die Pensions- und Vorsorgekassen in Österreich haben nach Einschätzung des Beratungsunternehmens Mercer im Vorjahr gute Erträge erzielt. „Angesichts des turbulenten Aktienjahres und der extrem niedrigen Zinsen kann sich die Performance der fünf überbetrieblichen Pensionskassen durchaus sehen lassen“, heißt es in einer Pressemitteilung von heute, Mittwoch.

Die durchschnittliche Performance aller Pensionskassen (inklusive betriebliche Pensionskassen) lag im Vorjahr bei 4,20 Prozent. Die Performance der besten Pensionskassen sei „kurz- und mittelfristig mit mehr als 5 Prozent im ausgewogenen Veranlagungsstil mehr als zufriedenstellend“, so Mercer-Expertin Michaela Plank in der Pressemitteilung anlässlich eines am Dienstagabend bei einer Veranstaltung des Finanzjournalistenforums präsentierten Mercer-Performance-Rankings der überbetrieblichen Pensionskassen und der betrieblichen Vorsorgekassen.

In den Vorsorgekassen für die „Abfertigung neu“ zuständigen Vorsorgekassen werde wegen der gesetzlich vorgesehenen kurzen Mindestbindefrist von drei Jahren das Kapital sehr defensiv angelegt. Im Vorjahr erzielten sie eine durchschnittliche Rendite von 2,25 Prozent, im Zeitraum 2012 bis 2016 von 2,89 Prozent. Die Ergebnisse der Vorsorgekassen sei für den vorgegebenen kurzfristigen Veranlagungshorizont sehr gut, so Plank. „Durch eine längere Behaltedauer könnte auch ein langfristigeres Veranlagungskonzept umgesetzt werden und somit eine höhere Performance generiert werden.“

Angesichts der Niedrigzinsphase fordert Plank: „Wann also, wenn nicht jetzt, sollte die Regierung die Investitionen in die zweite Pensionssäule stärker fördern, etwa durch eine verpflichtende Aufnahme der Pensionskasse in Kollektivverträge oder durch erhöhte Umwandlungsmöglichkeiten.“ Eine weitere Option wäre die Möglichkeit, dass die relativ große Zahl der Vorsorgekasse-Kunden zusätzlich eigenes Geld in die Vorsorgekassen einzahlten, beispielsweise mittels steuerbegünstigter Umwandlung von variablen Vergütungsbestandteilen. Die Lücke der ersten Säule der staatlichen Pensionen könnte durch die zusätzliche Förderung der zweiten betrieblichen Altersvorsorge-Säule „langfristig beträchtlich reduziert werden“.