Regierungschef Li: China will keinen Handelskrieg mit den USA
Peking (APA/AFP) - Die chinesische Führung will einen Handelskrieg mit den USA vermeiden. „Wir wollen nicht, dass zwischen unseren beiden St...
Peking (APA/AFP) - Die chinesische Führung will einen Handelskrieg mit den USA vermeiden. „Wir wollen nicht, dass zwischen unseren beiden Staaten ein Handelskrieg ausbricht“, sagte der chinesische Regierungschef Li Keqiang am Mittwoch in Peking. Was immer auch das Verhältnis zwischen Washington und Peking erschüttere, wünsche China, „dass die Beziehung sich in eine positive Richtung weiterentwickelt“.
Nach dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump im Jänner gab es noch kein Gipfeltreffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping. US-Außenminister Rex Tillerson wird Ende der Woche nach Aufenthalten in Japan und Südkorea in Peking erwartet. Bei dieser Gelegenheit könnte ein Datum für ein Treffen der beiden Staatschefs vereinbart werden.
Die Äußerungen Lis zu den Handelsbeziehungen erfolgten am Ende der Beratungen des Nationalen Volkskongresses in Peking. Die Pressekonferenz zum Ende der Parlamentssitzungen ist die einzige Gelegenheit im Jahr, bei der ausländische Journalisten einem Mitglied der Führung in Peking Fragen stellen können. Selbst diese Fragen müssen zuvor abgestimmt werden.
Die chinesische Führung rechnet derzeit mit einem Wirtschaftswachstum von 6,5 Prozent im laufenden Jahr nach 6,7 Prozent im vergangenen Jahr. Trump warf Peking im Wahlkampf wiederholt vor, Arbeitsplätze in den USA zu „stehlen“ und die USA mit unfairen Handelspraktiken zu „vergewaltigen“. Insbesondere Chinas hoher Überschuss im beiderseitigen Handel erregt Trumps Zorn.
Nach seinem Wahlsieg im vergangenen November hatte Trump Peking zudem damit provoziert, dass er einen Gratulationsanruf der taiwanischen Präsidentin Tsai Ing-wen annahm. Später bezeichnete er zudem die Taiwan-Frage als verhandelbar. Inzwischen hat Trump jedoch einen Schwenk vollzogen und in einem Telefonat mit dem chinesischen Staatschef Xi das Prinzip der Ein-China-Politik anerkannt.
„Niemand möchte vor seiner Haustür Chaos haben“, sagte Li am Mittwoch. Die Führung in China werde „sicherstellen, dass wir alle regionalen Krisen und System-Krisen vermeiden“.