EUFOR-Kommandant: Ausgezeichnetes Verhältnis Türkei-Österreich

Brüssel/Wien (APA) - Trotz der jüngsten Spannungen zwischen Ankara und der EU gebe es bei der Militärmission EUFOR-Althea in Bosnien-Herzego...

Brüssel/Wien (APA) - Trotz der jüngsten Spannungen zwischen Ankara und der EU gebe es bei der Militärmission EUFOR-Althea in Bosnien-Herzegowina „ein ausgezeichnetes Verhältnis“ zwischen den türkischen Soldaten und den österreichischen sowie jenen der 17 weiteren Nationen. Der österreichische Kommandant von EUFOR-Althea, Generalmajor Friedrich Schrötter, erklärte am Mittwoch in Brüssel, er sehe „keine Behinderungen“.

In der Militärmission EUFOR-Althea sind 19 Staaten vertreten - 15 EU-Länder inklusive Österreich sowie die Türkei, Chile, Schweiz und Mazedonien. Derzeit könnten alle Trainings ohne Probleme durchgeführt werden. Schrötter: „Es gibt keine Spannungen zwischen den Kontingenten. Die Aufgabenerfüllung für die Truppe ist nicht beeinträchtigt“. Vielmehr herrsche ein gutes Zusammenwirken, „wenngleich allen klar ist, dass es auf politischer Ebene Spannungen zwischen verschiedenen Ländern gibt“.

Ob es deshalb keine Schwierigkeiten gebe, weil die Militärmission ein EU- und kein NATO-Projekt sei, beantwortete Schrötter damit, dass EUFOR-Althea im wesentlichen von der EU gestaltet und getragen sei. Aber auch Chile stelle beispielsweise ein Kontingent.

Österreich ist in der Militärmission mit 340 Soldaten am stärksten vertreten. Dann folgt die Türkei mit 270 Soldaten. Insgesamt kommt EUFOR-Althea auf ein Kontingent von 850 bis 900 Mann, sagte Schrötter.

Die Tageszeitung „Die Welt“ hatte am Mittwoch berichtet, dass die Türkei die NATO-Partnerschaftsprogramme blockiere, um Österreich zu treffen. Sowohl im Bündnis als auch in Partnerstaaten wie Schweden oder Finnland sei man deshalb besorgt wegen der Teilnahme an NATO-geführten Einsätzen im Kosovo oder Afghanistan. Konkret werden etwa Schulungen für Soldaten aus Partnerländern vereitelt, deren Absolvierung für die Teilnahme an den Einsätzen erforderlich sei. Aus dem Verteidigungsministerium hieß es am Mittwoch gegenüber der APA, dass es derzeit keine Auswirkungen gebe. „Längerfristig“ könnte die türkische Blockadehaltung aber zu Problemen führen. Österreich halte aber jedenfalls an seinem Engagement am Westbalkan fest.