Steel Panther: „Senke die Messlatte und dein Leben wird glücklicher“
Berlin/Los Angeles (APA) - Löwenmähnen, Spandex-Hosen und viel Schminke: Die US-Band Steel Panther hat den Haarspray-Metal in die großen Hal...
Berlin/Los Angeles (APA) - Löwenmähnen, Spandex-Hosen und viel Schminke: Die US-Band Steel Panther hat den Haarspray-Metal in die großen Hallen und in die Charts zurückgebracht. „Lower The Bar“ heißt das am 24. März erscheinende neue Album. „Senke die Messlatte und dein Leben wird glücklicher“, erklärten Sänger Michael Starr und Gitarrist Satchel im Interview mit der APA ihren Plattentitel.
Bei Steel Panther wird nicht der Depression gefrönt, sondern Party gefeiert. „Heavy Metal wurde von Nirvana und Pearl Jam getötet. Das hat uns angepisst! Wir haben diese Musik zurückgebracht“, betonte Satchel. Dass es in den Texten der Band hauptsächlich um das Thema Sex geht, findet der Gitarrist „ehrlich“: „Heute sind doch alle extrem verklemmt. Furchtbar! Steel Panther ist ein sicherer Hafen für politische Unkorrektheit. Wir eiern nicht herum, wir schreiben, was wir uns denken.“
Starr und Satchel haben zum Gespräch in den Gibson Show Room in Berlin geladen. Inmitten von unzähligen ausgestellten Gitarren fühlten sich die Musiker wohl, Fragen wurden in einer Art Doppelconference beantwortet. Warum hat man etwa einen Song von Cheap Trick („She‘s Tight“) gecovert und als Single auserkoren?
Starr: „Das war das Lieblingslied meiner Mama. Sie war ein großer Cheap Trick Fan. Die Band kommt aus meiner Heimatstadt Chicago. Dort ist sie größer als die Beatles. Meine Mama ist vor ein paar Jahren gestorben und ihr letzter Wunsch war, dass wir diesen Song aufnehmen. Ich habe ihr das versprochen.“
Satchel: „Wow, das waren ihre letzten Worte? Wirklich? Nicht etwa: ‚Schau, dass der Hund gefüttert wird‘ oder so was? Auch nicht ‚Ich liebe dich, mein Sohn‘?“
Starr: „Das hat sie schon zuvor gesagt. Dann war noch Zeit zu Füllen, bis sie starb. Sie hat einfach weiter gesprochen und dann waren ihre letzten Worte, dass wir Cheap Trick covern sollen.“
„Lower The Bar“ sei „eine Lebensphilosophie“, betonte Starr. „Eine, die sich jeder aneignen sollte. Zumindest jeder, der eine schöne Zeit haben will.“ Satchel ergänzend: „Viele junge Leute haben den Vorsatz, reich, berühmt und Besitzer einer Jacht zu werden. Mit 40 denken sie ernüchtert: ‚Verdammt, alles was ich in meinen Leben mache, ist die Rechnung für das Kabelfernsehen zu bezahlen.‘ Wenn man die Messlatte früh niedrig hält, hat man dagegen ein wirklich glückliches Leben.“
An das neue Album möge man ebenfalls mit dieser Einstellung herangehen, empfahl Satchel mit ernstem Gesichtsausdruck. „Man sollte sich nicht zu viel erwarten und einfach mit dem froh sein, was man bekommt. Denn auch hier gilt: Senk die Messlatte!“ Dem konnte Starr nur zustimmen: „Das ist vermutlich unsere schrecklichste Platte überhaupt. Wenn man mit dieser Einstellung an das Album herangeht, wird man rundum glücklich sein, wenn man es anhört.“
Steel Panther werden nicht selten als Parodie und als Scherz bezeichnet. „Manche behaupten, wir sind nicht einmal eine echte Band“, echauffierte sich Satchel. „Es soll mir mal jemand erklären, was echt ist! Vielleicht nehmen wir alles ein bisschen leichter und weniger ernst als manch andere. Am Ende des Tages ist es mir egal, was jemand über uns denkt. Man soll einfach Spaß mit Steel Panther haben!“
Die Chance dazu gibt es beim Nova Rock in Nickelsdorf (14. bis 17. Juni). „Man darf sich eine fantastische Rockband erwarten“, kündigten die beiden Amerikaner für dieses Gastspiel an. „Und viele Nackte!“
(Das Gespräch führte Wolfgang Hauptmann/APA)
(S E R V I C E - http://steelpantherrocks.com)