Bezirk Lienz

Krieg im Südsudan bremst Osttiroler Hilfe vor Ort ein

© OfJM/Kraler

Das Spital in Mondikolok bleibt vorerst zu. Von Plünderungen ist die Rede. Der Arzt Franz Krösslhuber reist nach Uganda, um Flüchtlingen zu helfen.

Von Claudia Funder

Lienz –Neben Somalia und Afghanistan gilt der Südsudan als gefährlichstes Pflaster der Welt. Der jüngste Bürgerkrieg begann hier vor drei Jahren, er löste eine humanitäre Katastrophe großer Dimension aus.

Lange Zeit war es im Süden des Staates, wo in Mondikolok ein mit vorwiegend Osttiroler Spenden finanziertes Gesundheitszentrum errichtet und betrieben wurde, vergleichsweise ruhig. Ab Jänner nahm allerdings auch hier die Gewalt zu. Es kommt zu Kämpfen, Überfällen, Morden und Vergewaltigungen. Bereits im Dezember ist die Flüchtlingsbewegung laut UNO-Angaben massiv angewachsen, erzählt der Lienzer Arzt Franz Krösslhuber, der das Hilfsprojekt im Südsudan auf die Beine gestellt hatte und sich derzeit in Lienz befindet. „In der Region Kajo Keji sind von 250.000 Einwohnern nur noch rund 400 Zivilisten vor Ort.“ Der Menschenstrom hatte sich in Richtung Flüchtlingscamps in Uganda in Bewegung gesetzt. Zurück blieben nur die Ärmsten, Gebrechlichsten, Ältesten.

Das Gesundheitszentrum in Mondikolok ist derzeit vorübergehend geschlossen. Am Dienstag wurde Krösslhuber über Plünderungen informiert, „von einer glaubwürdigen Quelle“, wie er betont. Ein Arbeiter, der beim Bau beteiligt gewesen war, berichtete, dass die Solar-Panele und Batterien des Healthcare Centres bereits am Markt zum Verkauf angeboten werden. Es gibt allerdings unterschiedliche Auskünfte. Morgen Samstag wollen Missionare mit Militärschutz Nachschau halten.

Wie lange die Zwangspause im Gesundheitszentrum in Mondikolok andauern wird, ist nicht abschätzbar. „Ich bin optimistisch, dass es in einigen Monaten weitergehen kann“, hofft Krösslhuber – dann zu Beginn wohl auf niedrigerem Niveau. Manches wird zu richten und neues Personal zu suchen sein.

Franz Krösslhuber lässt aber keine wertvolle Zeit verstreichen und packt schon demnächst in Afrika an anderer Stelle, an der medizinische Versorgung dringend benötigt wird, an. „Ich werde am 3. April nach Uganda fliegen, um in einem Flüchtlingslager als Kinderarzt zu helfen – vorerst einmal für zwei Monate“, verrät er. Begleiten wollen ihn zwei Hebammen, die sich im Bezirkskrankenhaus Lienz für diese Zeit freistellen lassen.

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Catharina Oblasser

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