Letzte Ruhe unter Rebstöcken in Bayern geplant

München (APA/dpa) - Idyllischer geht es fast nicht: Weinberge soweit das Auge reicht, ein Gipfelkreuz in weiter Ferne am Horizont, nur das Z...

München (APA/dpa) - Idyllischer geht es fast nicht: Weinberge soweit das Auge reicht, ein Gipfelkreuz in weiter Ferne am Horizont, nur das Zwitschern der Vögel unterbricht die Stille. In der bayerischen Gemeinde Nordheim am Main soll Deutschlands erster Friedweinberg, eine Erweiterung des bestehenden Friedhofs, entstehen.

„Wir gehen davon aus, dass im Frühjahr 2018 die ersten biologisch abbaubaren Urnen in den Boden kommen können“, sagte der ehrenamtliche Chef der 1.000-Einwohner-Gemeinde, Bürgermeister Guido Braun. Die Gemeinde reagiert damit auf einen gesellschaftlichen Trend. „Die Menschen wünschen sich vermehrt pflegefreie und pflegearme Grabanlagen. Die Gemeinden müssen deshalb ihre Friedhöfe weiter entwickeln und somit beleben“, betonte Oliver Wirthmann, Sprecher des Bundesverbandes Deutscher Bestatter und Geschäftsführer des Kuratoriums Deutsche Bestattungskultur.

Im Moment stehen noch rund 1.000 Rebstöcke auf der etwa 4.000 Quadratmeter großen Fläche. Im Herbst sollen sie zum Teil gerodet werden. Wie genau der Friedweinberg aussehen soll, ist noch unklar. Der Gemeinderat will in den kommenden Tagen mit einem Landschaftsarchitekten die Wünsche und Pläne besprechen. Die Urnen könnten unter den Rebstöcken liegen, an den Pflanzen erinnern dann kleine Schilder mit den Namen an die Verstorbenen.