Niederlande-Wahl - Sozialdemokraten in großen Städten abgestraft
Den Haag (APA) - Die sozialdemokratische Partei für die Arbeit (PvdA) ist der große Verlierer der Wahl in den Niederlanden. In großen Städte...
Den Haag (APA) - Die sozialdemokratische Partei für die Arbeit (PvdA) ist der große Verlierer der Wahl in den Niederlanden. In großen Städten wie Rotterdam und Den Haag wurde die PvdA sogar von den Senkrechtstartern, der Migrantenpartei DENK, überholt. Auch in Amsterdam liegt DENK nur knapp hinter der bisher mitregierenden PvdA.
In Amsterdam rutschten die Sozialdemokraten von knapp 36 Prozent und damit dem ersten Platz auf nun 8,4 Prozent hinter GrünLinks, den liberalen D66 und die rechtsliberale Volkspartei für Freiheit und Demokratie (VVD) von Ministerpräsident Mark Rutte.
In Rotterdam kommt DENK laut dem TV-Sender NOS auf 8,1 Prozent, PvdA auf 6,4 Prozent. In Den Haag hält DENK nach Auszählung von rund 95 Prozent der Stimmen bei 7,1 Prozent und PvdA bei 6,5 Prozent. Größte Partei in beiden Städten ist die VVD.
Landesweit erhält DENK laut den vorläufigen Ergebnissen drei Mandate in der Zweiten Kammer („Tweede Kamer“), neben den Parteigründern Selcuk Kuzu und Tunahan Öztürk wird auch Farid Azarkan ins Parlament einziehen. Kuzu und Öztürk hatten DENK Anfang 2015 aus Enttäuschung über die Migrations- und Integrationspolitik der etablierten Parteien gegründet. Beide hatten sich 2014 von der PvdA abgespalten und waren seither als Zwei-Mann-Fraktion im Parlament vertreten.
Dass die Partei der türkischstämmigen Politiker so großen Anklang findet, ist für den Politikwissenschafter Paul Dekker von der Universität Tilburg ein „Zeichen der Polarisierung“ und zeigt, „dass sich eine Gruppe überhaupt nicht vertreten fühlt“. „Das Risiko der weiteren Polarisierung ist groß, aber gleichzeitig wird das jetzt auch empfunden als Weckruf, dass man endlich etwas tun muss.“