Ursache für Thrombose 2 - „Podoplanin“ lange Forschungsschwerpunkt

Wien (APA) - Das Protein Podoplanin ist im Grunde ein „alter“ Forschungsschwerpunkt von Wiener Wissenschaftern. Um die Jahrtausendwende zeig...

Wien (APA) - Das Protein Podoplanin ist im Grunde ein „alter“ Forschungsschwerpunkt von Wiener Wissenschaftern. Um die Jahrtausendwende zeigten Forscher um den Pathologen Dontscho Kerjaschki (MedUni Wien/AKH), dass das Protein nur auf Zellen des Lymphgefäßsystems vorkommt. Sie klärten dann im Jahr 2011 mit einer Publikation in der Fachzeitschrift „Blood“ die Rolle von Podoplanin in der Embryonalentwicklung.

Während ihrer Entwicklung haben Embryonen nämlich zunächst noch keine Lymphgefäße, sondern nur das Blutgefäßsystem. Es besteht aus sogenannten Kardinalvenen. Bestimmte Zellen der inneren Auskleidungsschicht dieser Blutgefäße - Endothelzellen - produzieren dann erste lymphatische Markerproteine, zum Beispiel Prox-1 oder Podoplanin. Daraufhin beginnen dort die Endothelzellen auszusprießen und bilden sogenannte Lymphsäcke, aus denen schließlich die eigentlichen Lymphgefäße entstehen. Dann koppelt sich das entstehende Lymphgefäßsystem vom Blutgefäßsystem ab. Gerade dabei spielt Podoplanin über die Blutplättchen (Thrombozyten) eine entscheidende Rolle. Es aktiviert die Thrombozyten im Blut. Sie verstopfen daraufhin die Verbindung zwischen den Lymphsäcken der Embryonen und den Kardinalvenen und führen so die Abtrennung der beiden Systeme herbei.

Schon damals zeigten die Wissenschafter, dass das Podoplanin-Protein auch auf Krebszellen vorkommt. Diskutiert wurde auch eine Rolle von Podoplanin bei der Bildung von Metastasen über die Aktivierung der Blutplättchen.