Osttirol

Die Jägerschaft ist stolz auf das Vorjahresergebnis

Am Wochenende fand in Lienz der Bezirksjägertag mit Trophäenschau statt.
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Beim Osttiroler Jägertag in der Lienzer Dolomitenhalle hielt man Rückschau auf das vergangene Jagdjahr. Landesjägermeister Anton Larcher gratulierte zu den landesweit besten Abschussergebnissen.

Von Christoph Blassnig

Lienz –Bezirkshauptfrau Olg­a Reisner zeigte sich sehr zufrieden mit der Erfüllung der Abschusspläne im Vorjahr. Immerhin bestätige auch Landesjägermeister Anton Larcher, dass Osttirol die besten Zahlen aller Tiroler Bezirke vorgelegt habe.

Der Bericht von Kassier Werner Ladstätter wies einen Überschuss von 450 Euro für das Geschäftsjahr 2016 aus. Der Kassastand betrug zum 31. Dezember rund 24.300 Euro. Gut die Hälfte dieser Summe floss im Vorjahr in die Jungjägerausbildung, etwas weniger in die Entschädigungen der Hegemeister und Sonstiger. An dritter Stelle der Ausgaben lagen bereits der Bezirksjägertag und die Trophäenschau, für welche ein Aufwand von 9950 Euro in den Büchern steht.

Johannes Kofler, 6 Jahre alt und aus Südtirol, besuchte als einer der Jüngsten die Trophäenschau. Sein Vater ist Pächter einer Jagd in Obertilliach.
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Bezirksjägermeister Martin König zeigte sich sehr erfreut über den hohen Anteil Osttiroler Jagdpächter, der bei 88 Prozent liegt. 22 Hegebezirke umfassen 149 Jagden, man zählt derzeit 112 Jäger. Der Gesamtschalenwildabschuss lag bei 4670 Stück inklusive vier Muffeln und vier Wildschweinen. Der Gesamtabgang betrug 5298 Tiere, eine Steigerung um 170 Stück zum Vorjahr. Keinen Anlass zu Kritik vermeldete König zu den Abgangszahlen beim Rehwild, die in den letzten drei Jahren relativ konstant blieben. Beim Gamswild zeigte er sich weniger zufrieden. 90 Böcke der Klasse 2 waren bewilligt, vorgelegt wurden 170. Negativ zu bewerten war jeder fünfte Abschuss, bei Böcken der Klasse 3 gar jeder vierte. „Sehr schade. Die sollten eigentlich noch ihrer Wege gehen.“ Mit wesentlich mehr Sorgfalt habe man dagegen die weiblichen Tiere „geerntet“.

„Hervorragend gejagert“ habe man wiederum im Bereich Rotwild, das „emotional am meisten berühre“. Der Abschuss konnte gut gesteigert werden, „wobei auch hier der ein oder andere Hirsch der Klasse 2 stehenbleiben hätte sollen“, meinte König.

Um dem Wild im Winter Ruhe zu geben, hat man im Villgratental mit der Ausweisung örtlich begrenzter Skitourenrouten begonnen. Auch Paragleitergruppen im Grenzgebiet zu Südtirol seien ein Thema, an dem man dranbleibe, versprach König.

Ausdrücklich verteidigt hat der Bezirksjägermeister die „Nacht des Fuchses“, die einige Reviere traditionell durchführen. „Da gibt es gar nichts zu kritisieren“, sagte er und räumte ein, dass man aus den Bälgen bisher nicht viel machen könne. „Dieser Fuchs hat im Unterschied zu solchen in einer Zucht nicht gelitten.“

Gelegenheit zum Üben wird das 57. Osttiroler Jägerschießen in der Lavanter Forcha am 20. Mai bieten. König selbst setze schon seit einigen Jahren auf bleifreie Munition und könne aus eigener Erfahrung die guten Studienergebnisse bezüglich der Gleichwertigkeit bestätigen.

Landesjägermeister Anton Larcher gratulierte den Osttiroler Jägern zu den „großartigen Leistungen im Bezirk“, die zu den besten in ganz Österreich zählen würden. Um Konflikten mit Freizeitnutzern vorzubeugen, habe er ein Projekt „Werkstätte Natur“ zur Information für die Bevölkerung in Vorbereitung.

Zur besseren Vermarktung des Wildbrets sei eine eigene Marke „Wildes Tirol“ geplant. „Seit Tschernobyl ist der Preis für unser hochwertiges Produkt nicht mehr auf die Beine gekommen“, begründete Larcher diese Initiative. Die ethisch höchste Fleischgewinnung sei nun einmal die tierschutzgerechte Tötung durch geschulte Jäger. Stress und Tiertransporte würden entfallen. Larcher kann sich eine wöchentliche Abholung des Osttiroler Wildbrets vorstellen, wenn sich der Bezirk an der gemeinsamen Vermarktung beteiligen wolle.

Im April werden die Ergebnisse der Fuchsbandwurm-Untersuchungen vorgestellt, kündigte der Landesjägermeister an. Die Rate habe sich mehr als verdoppelt. Jeder dritte Fuchs sei befallen. Die Jägerschaft mahnte Larcher zur Vorsicht und regelmäßigen Blutuntersuchungen.

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Catharina Oblasser

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