BayernLB baute 2016 Gewinn aus - EU-Beihilfeverfahren 2017 zu Ende
München (APA/Reuters) - Die BayernLB strotzt nach einem Gewinnsprung 2016 vor Optimismus. Das Vorsteuerergebnis kletterte voriges Jahr dank ...
München (APA/Reuters) - Die BayernLB strotzt nach einem Gewinnsprung 2016 vor Optimismus. Das Vorsteuerergebnis kletterte voriges Jahr dank der robusten deutschen Wirtschaft und Beteiligungsverkäufen um zehn Prozent auf 708 Mio. Euro. Das Geldhaus, das in der Finanzkrise vom Land Bayern gerettet wurde, kehre damit zurück in die Spitzengruppe der deutschen Banken, sagte Vorstandschef Johannes-Jörg Riegler am Donnerstag.
„Wenn Sie in so einem Umfeld so ein Ergebnis hinkriegen und so was dann verstetigen - dann sind Sie Helden“, so Riegler. Auch 2017 peile die Bank trotz Niedrigzinsen und hoher regulatorischer Kosten einen Vorsteuergewinn im mittleren dreistelligen Millionenbereich an.
Die BayernLB hatte sich vor der Finanzkrise mit riskanten US-Wertpapieren und der Übernahme der österreichischen Krisenbank Hypo Alpe Adria verzockt und wurde 2008 mit 10 Mrd. Euro vom Freistaat gestützt. Als Ausgleich dafür verdonnerte die EU-Kommission die Bank dazu, zu schrumpfen und bis 2019 5 Mrd. Euro an den Mehrheitseigentümer Bayern zurückzuzahlen. Eine Milliarde Euro davon ist noch offen.
Insidern zufolge setzt die Bank darauf, die letzte Milliarde noch dieses Jahr zurückzuzahlen und das Beihilfeverfahren damit vorzeitig abzuschließen. In der Folge würde für die BayernLB die EU-Auflage wegfallen, nur Geschäft mit Deutschland-Bezug zu machen, und sie könnte wieder Immobiliengeschäfte im Ausland machen. Die Bank sei nach dem Ergebnis 2016 noch zuversichtlicher, das EU-Verfahren vorzeitig abzuschließen, sagte Riegler. „Wir sind guter Dinge.“ Das Geldhaus sei dabei allerdings auf grünes Licht von der EU und der EZB angewiesen.
Voriges Jahr sprach das Land Finanzkreisen zufolge mit der EU darüber, ob es die Kapitalpolster der Bank noch einmal stärken kann. Da die harte Kernkapitalquote der BayernLB bei voller Umsetzung der strengeren Basel-III-Regeln im vergangenen Jahr auf 13,2 Prozent stieg, haben die Beteiligten von entsprechenden Überlegungen inzwischen aber wieder Abstand genommen. Eine Stärkung durch die Träger sei kein Thema mehr, betonte Riegler in München. „Es ist nicht angedacht. Es ist auch nicht nötig.“ Statt einer weiteren Finanzspritze kann sich der bayerische Finanzminister Markus Söder nun erstmals seit der Rettung der Bank wieder über eine Ausschüttung auf stille Einlagen des Landes freuen. „Dem Freistaat fließen nach Steuern rund 115 Mio. Euro zu“, erklärte der CSU-Politiker.
Voriges Jahr musste die BayernLB dank der guten Wirtschaftsentwicklung in Deutschland weniger Geld für ausfallgefährdete Kredite zurücklegen. Zudem spülte ihr der Verkauf von Anteilen an Visa Europa und der Deutschen Factoring Bank 172 Mio. Euro in die Kasse. Mit ihrem Vorsteuergewinn fuhr die BayernLB aller Voraussicht nach wie schon 2015 das beste Ergebnis aller Landesbanken ein. Der Konkurrent Helaba legt seine Zahlen für 2016 erst kommende Woche vor, hat jedoch einen niedrigeren Gewinn in Aussicht gestellt.
Die BayernLB hat bereits 2013 ein Sparprogramm aufgelegt, das noch bis Jahresende läuft. Zusätzlich habe das Institut nun ein neues Effizienzprogramm gestartet, „das weit über bloßes Kostenbewusstsein hinausgeht“, sagte Riegler. Die nach der LBBW zweitgrößte deutsche Landesbank wolle damit schneller und agiler werden und digitale Plattformen weiterentwickeln. Ein größerer Stellenabbau sei nicht geplant.
~ WEB http://www.bayernlb.de ~ APA493 2017-03-16/15:23