Gesundheitsreferenten erneuern Forderung nach mehr Studienplätzen
Innsbruck (APA) - Die Gesundheitsreferenten der Bundesländer haben am Donnerstag bei ihrer Tagung in Innsbruck ihre Forderung nach mehr Stud...
Innsbruck (APA) - Die Gesundheitsreferenten der Bundesländer haben am Donnerstag bei ihrer Tagung in Innsbruck ihre Forderung nach mehr Studienplätzen an den Med-Unis erneut bekräftigt. Kritik seitens der Politiker erntete vor allem das Auswahlverfahren, das „nach den falschen Kriterien“ suche, sagte Kärntens Gesundheitslandesrätin Beate Prettner (SPÖ) bei einer Pressekonferenz im Anschluss an die Tagung.
„Mit dem Auswahlverfahren filtern wir Wissenschafter heraus, wir müssen aber die soziale Kompetenz fördern“, kritisierte Prettner. Sie forderte gemeinsam mit dem burgenländischen Landesrat, Norbert Darabos (SPÖ), eine generelle Abschaffung der Zugangsbeschränkungen. Dies ist laut dem Tiroler Landesrat Bernhard Tilg (ÖVP) zwar nicht realistisch, aber auch er sah eine Erhöhung der Studienplätze als notwendig an.
„Tausende junge Menschen strömen zum Aufnahmetest und würden gerne Ärzte werden“, meinte der steirische Landesrat Christoph Drexler (ÖVP). Davon würden viele Hunderte wieder abgewiesen, die „vielleicht genau das machen wollen, was uns abgeht, nämlich Landarzt werden“, kritisierte der Steirer.
„Bis 2025 geht mindestens die Hälfte der niedergelassenen Ärzte in Pension“, prognostizierte Darabos einen bevorstehenden Ärztemangel und forderte, die Kriterien der Ausbildung zu adaptieren. Zudem müssten den Ärzten attraktive Angebote gemacht werden, so dass sie sich auch in den ländlichen Regionen niederlassen.
Tilg rief zudem die demnächst fällige Entscheidung der EU-Kommission zur Medizinquote in Österreich in Erinnerung. Die Gefahr von zu vielen Ärzten aus dem EU-Ausland, die nach dem Studium nicht in Österreich bleiben, müsse abgewendet werden. Ohne die Verlängerung der Kontingentvereinbarung würden in Zukunft nicht mehr ausreichend Ärzte zur Sicherstellung der Gesundheitsversorgung der einheimischen Bevölkerung zur Verfügung stehen, so Tilg. Die Bundesländer ersuchten die Bundesregierung um „größtmögliche Unterstützung“ bei der Verlängerung der Kontingentregelung.