Kroatien erhöht Autobahn-Maut ab 3. April um 5 Prozent

Zagreb (APA) - Die Maut in Kroatien wird teurer. Die staatliche Autobahngesellschaft HAC (Hrvatske Autoceste) erhöht die Gebühren für ihre S...

Zagreb (APA) - Die Maut in Kroatien wird teurer. Die staatliche Autobahngesellschaft HAC (Hrvatske Autoceste) erhöht die Gebühren für ihre Strecken ab 3. April um 5 Prozent. Das hat die Regierung in Zagreb am Donnerstag beschlossen. In der Sommersaison kann die Maut um 10 Prozent angehoben werden, berichteten die Medien.

Die Sommerpreise (von Anfang Juli bis Ende September) werden nicht nur für die HAC-Autobahnen gelten, sondern auch für die Strecke zwischen Zagreb und Rijeka, die von der ebenfalls staatlichen ARZ betrieben wird.

Die HAC betreibt insgesamt 925 Kilometer Autobahnen in Kroatien, darunter die von Touristen am meisten genützte Strecke zwischen Zagreb und Split. Die Pkw-Maut für diese Strecke soll ab April von derzeit 174 Kuna (23,4 Euro) auf 181 Kuna (24,4 Euro) steigen.

Mit der Verteuerung werden die Mautpreise der beiden staatlichen Autobahnbetreiber vereinheitlicht, sie bleiben jedoch laut Verkehrsminister Oleg Butkovic nach wie vor um 15 Prozent unter den Preisen der privaten Konzessionäre in Istrien und im Nordwesten des Landes.

Mit der Erhöhung der Maut wird die Umstrukturierung der hoch verschuldeten staatlichen Autobahnbetreiber eingeleitet. Nach den Worten des Verkehrsministers ist eine Reform notwendig, nachdem die Regierung eine Privatisierung oder Konzessionsvergabe abgelehnt hat. Diese Lösung wurde in vergangenen Jahren für den Abbau des Schuldenbergs den staatlichen Betreiber in Erwägung gezogen, stößt jedoch auf Ablehnung in der Öffentlichkeit.

Der kroatische Straßensektor leidet unter hohen Schulden und der Unfähigkeit, die Kredite abzuzahlen. Die Gesamtverschuldung beträgt laut dem Verkehrsminister 5,2 Mrd. Euro, davon werden heuer 1,14 Mrd. Euro fällig. Die Gesamtschulden dieses Sektors sind für 13,5 Prozent der kroatischen Staatsschulden verantwortlich. „Mit den bestehenden Einnahmen, die im Vorjahr um 7 Prozent gestiegen sind, kann man die Kreditverbindlichkeiten in den nächsten fünf Jahren nicht abzahlen“, sagte Butkovic am Donnerstag.

Die Reform der staatlichen Autobahnbetreiber, die mit 1.065 Kilometer zusammen den Großteil der kroatischen Autobahnen betreiben, soll bis 2020 dauern. In diesem Prozess wird man laut dem Minister neben der Verteuerung der Maut auch Jobs streichen müssen, in diesem Jahr rund 120. Bis Ende der Reform bzw. spätestens 2021 soll dann die Mauteinhebung automatisiert werden.